Legal High: EU-Kommission geht gegen neue Suchtstoffe vor

Immer mehr synthetische Drogen überschwemmen die EU. Crystal Meth soll nun innerhalb von wenigen Monaten verboten werden. Die EU-Kommission will das langwierige Verfahren abkürzen.

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Zahl der gemeldeten Sicherstellungen von süchtig machenden Substanzen nach Land (links) sowie Anteil der wichtigsten Drogen an den Sicherstellungen (rechts) im Jahr 2011. (Grafik: Europäischer Drogenbericht 2013)

Zahl der gemeldeten Sicherstellungen von süchtig machenden Substanzen nach Land (links) sowie Anteil der wichtigsten Drogen an den Sicherstellungen (rechts) im Jahr 2011. (Grafik: Europäischer Drogenbericht 2013)

Designerdrogen wie „Crystal“ haben lebensgefährliche Risiken und machen extrem schnell süchtig. Die Europäische Kommission hat Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen die Europäische Union verstärkt gegen sogenannte „Legal Highs“ vorgehen kann. Es handelt sich dabei um Substanzen, die alternativ zu illegalen Drogen wie Kokain und Ecstasy verwendet werden. „Die neuen Suchtstoffe werden in Europa immer problematischer und gefährden vor allem junge Menschen“, sagte Justizkommissarin Viviane Reding einer Pressemitteilung der EU zufolge.

Die Eurobarometer-Umfrage „Youth attitudes on drugs“ fand heraus, dass durchschnittlich 5 Prozent der jungen Europäer synthetische Suchtstoffe zumindest einmal in ihrem Leben konsumiert haben. Deutsche Jugendliche lagen dabei im Mittelfeld. Jugendliche in Irland, Polen und Lettland konsumieren die meisten Drogen.

Die EU will daher das Verfahren für ein Verbot von süchtig machenden Substanzen beschleunigen. „Bei einem Binnenmarkt ohne Grenzen benötigen wir gemeinsame europäische Vorschriften zur Bekämpfung dieses Problems“, so Reding. Bislang dauert es zwei Jahre, bis eine Droge vom Markt verbannt werden kann. In Zukunft soll dies binnen weniger Monate geschehen.

Neue synthetische Drogen überschwemmen derzeit die Europäische Union. Von 2009 bis 2012 hat sich die Zahl der Substanzen verdreifacht. Im laufenden Jahr wurde jede Woche eine neue Substanz gemeldet. Meist werden die Drogen über das Internet bezogen und EU-weit verbreitet. In jedem EU-Land sind durchschnittlich 80 Prozent der bekannten Substanzen im Umlauf.

Die neuen Verfahren sollen sicherstellen, dass die verbotene Substanz für die Verbraucher nicht mehr verfügbar ist und dass eine vollständige Risikobewertung durchgeführt wird. Das System soll aber die Verhältnismäßigkeit wahren. Substanzen mit einem gemäßigten Risiko sollen Beschränkungen auf dem Verbrauchermarkt unterliegen und Substanzen mit einem hohen Risiko sollen vollständig verboten werden. Lediglich die schädlichsten Substanzen werden so behandelt wie derzeit Kokain und Heroin. Ihr Vertrieb und der Konsum werden strafrechtlich verfolgt.

Zurzeit werden einige Substanzen gar nicht bekämpft. Mit den neuen Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass die EU mehr Fälle behandeln und ihre Risiken einschätzen kann.

Cannabisprodukte machen den Großteil der sichergestellten Drogen mit 80 Prozent aus. Danach folgen Kokain und Crack (10 Prozent), Heroin (4%), Amphetamine (4%) und Ecstasy (1%).

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