Depressionen: Kurkuma hilft ohne schwere Nebenwirkungen

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Kurkuma effektiv bei der Behandlung von Depressionen eingesetzt werden könnte. Das Ingwergewächs ist nach Ansicht indischer Forscher sogar einigen der gängigsten Antidepressiva vorzuziehen. Denn drastische Nebenwirkungen gibt es nicht. Weitere Untersuchungen stehen aber noch aus.

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Kurkuma gilt in der traditionellen asiatischen Medizin seit jeher als wichtiger Helfer. (Foto: Flickr/ #turmeric #superfood by WILLPOWER STUDIOS CC BY 2.0)

Kurkuma gilt in der traditionellen asiatischen Medizin seit jeher als wichtiger Helfer. (Foto: Flickr/ #turmeric #superfood by WILLPOWER STUDIOS CC BY 2.0)

Forscher sind dem Einsatz von Kurkuma bei Depressionen bereits seit längerem auf der Spur. Nach Tierversuchen, gibt es nun die erste klinische Studie zum Thema. Die Wissenschaftler der Abteilung für Pharmakologie des staatlichen Medical College in Bhavnagar, Gujarat, haben die Wirkung von Kurkuma und Prozac (Fluoxetin) verglichen. Das Fazit: Das Gewächs stellte sich in der Gesamtbewertung als zuträglicher heraus, als die herkömmliche Therapie-Variante.

Die Forscher untersuchten über sechs Wochen die Wirkung von Kurkuma und Prozac in Kombination und einzeln. Das Ziel: Sie wollten die Wirksamkeit und Sicherheit von Kurkuma und Fluoxetin bei Patienten mit Depressionen (MDD) vergleichen. Als Probanden dienten 60 Personen, bei denen zuvor eine solche Erkrankung diagnostiziert worden war. Im Zuge der Untersuchung bekam eine Gruppe nun täglich 20 mg Fluoxetin. Eine zweite Gruppe wurde zweimal täglich beim Frühstück und Abendessen mit einer 500 mg-Kapsel hoch dosiertem Kurkuma-Extrakt versorgt. Eine dritte Gruppe bekam beide Medikamente gereicht.

Um die Wirksamkeit der Gaben zu messen, benutzen die Forscher die so genannte Hamilton-Skala (HAMD). Sie zeigt die Schwere einer depressiven Störung an. Die Skala besteht aus 17 Fragen, die den indischen Probanden alle zwei Wochen vorgelegt wurden.

Mit Hilfe der HAMD kann der Untersuchende auf einer Punkteskala von jeweils 0 bis 4 oder 0 bis 2 einordnen, wie massiv ein bestimmtes Symptom ausgeprägt ist. Gefragt wird zum Beispiel nach Schuldgefühlen, Schlafstörungen oder Suizidgedanken. Der daraus ermittelte Zahlenwert zeigt schließlich den Grad der Erkrankung an: Ab zehn Punkten spricht man von einer leichten, ab 20 von einer mittelschweren und ab 30 Punkten schließlich von einer schweren Depression.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie nun bei Phytotherapy Research. Die Behandlung funktionierte in allen drei Testgruppen etwa gleich gut. Die Autoren merken hierzu jedoch an:

„Wir konnten beobachten, dass Kurkuma von allen Patienten gut vertragen wurde. (…) Die Studie liefert erste klinische Hinweise darauf, dass Kurkuma als eine wirksame und sichere Behandlungsmethode für Patienten mit MDD ohne gleichzeitige Selbstmordgedanken oder andere psychotische Störungen eingesetzt werden kann.“

Gleichzeitig weisen die Wissenschaftler aber darauf hin, dass weitere, umfassende klinische Studien zum Thema notwendig seien, um gesicherte Ergebnisse zu erlangen.

Prozac wird schon seit längerem massive Nebenwirkungen zugeschrieben. So sollen im Zuge der Einnahme sogar Selbstmordgedanken auftreten, berichtet unter anderem der Verband freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologische Berater e.V.

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