Studie: Honig kann Antibiotika wieder zur Wirkung bringen

In einer aktuellen Studie haben Forscher der Salve Regina University in Newport bestätigt, dass Roh-Honig eines der besten natürlichen Antibiotika ist. Das Naturprodukt setzt gleich auf mehreren Ebenen an. Bakterien werden so äußerst wirksam abgetötet.

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Naturbelassener Honig schwächt die Kommunikationsprozesse zwischen Baktieren. So können herkömmliche Antibiotika wieder angreifen. (Foto: Flickr/ Honey bees by Don Hankins CC BY 2.0)

Naturbelassener Honig schwächt die Kommunikationsprozesse zwischen Baktieren. So können herkömmliche Antibiotika wieder angreifen. (Foto: Flickr/ Honey bees by Don Hankins CC BY 2.0)

Dass Honig mehr sein kann, als ein natürliches Süßungsmittel oder ein leckerer Brotaufstrich, ist seit Jahrhunderten bekannt. Wie Forscher aus Rode Island jetzt herausgefunden haben, ist Honig aber auch eine effektive Lösung gegen ein stetig zunehmendes Problem: Die bakterielle Resistenz gegen Antibiotika. Vorgestellt wurden ihre Ergebnisse im vergangenen März auf dem Jahrestreffen der American Chemical Society (ACS) in Dallas.

„Die einzigartige Eigenschaft von Honig besteht in seiner Fähigkeit, Infektionen auf mehreren Ebenen zu kämpfen, so dass es schwieriger für Bakterien wird, Resistenzen zu entwickeln“, sagt Studienleiterin Susan M. Meschwitz, Ph.D. Honig greife auf eine Kombination von Waffen zurück, wie etwa Wasserstoffperoxid, Säure, eine osmotische Wirkung und Polyphenole. Sie alle würden aktiv helfen, Bakterienzellen abzutöten. So bestünde zum Beispiel die osmotische Wirkung darin, dass der Honig aufgrund seiner hohen Zuckerkonzentration Wasser aus den Bakterienzellen ziehe. Diese würden also entwässert und abgetötet.

Außerdem hätten Studien gezeigt, dass Honig die Bildung von Biofilmen, also die Ansammlung von krankheitserregenden Bakterien, verhindere, so die Wissenschaftlerin. Honig habe also Einfluss auf das so genannte Quorum Sensing. Diese Fähigkeit wird von Bakterien benutzt, um Prozesse zu koordinieren. Auf diese Weise helfe der Honig, die bakterielle Virulenz zu schwächen. Krankheitserregende Toxine können nicht mehr ausgeschüttet werden. „Dadurch werden die Bakterien anfälliger für herkömmliche Antibiotika“, sagt Meschwitz.

Honig sei wirksam, weil er mit gesunden Antioxidantien ausgestattet sei, so Meschwitz weiter. Dazu gehörten Phenolsäuren, Kaffeesäure, p-Cumarinsäure und Ellagsäure sowie viele Flavonoide. Mittlerweile seien die antibakteriellen, antimykotischen und antiviralen Eigenschaften von Honig durch eine ganze Reihe von Studien bestätigt worden.

Auch australische Forscher haben sich bereits mit diesem Thema befasst. Sie fanden heraus, dass bestimmte Honigsorten sich besser zur Behandlung von oberflächlichen Wunden und Infektionen eignen, als herkömmliche Antibiotika. Die Wissenschaftler der University of Sydney testeten 2009 die Honigsorten Manuka und Jelly Bush aus Neuseeland und Australien gezielt als Mittel gegen Bakterien. Eine Wirkung entfaltete das Naturprodukt in allen Fällen. Sie stellten ebenfalls fest: Im Gegensatz zum Antibiotika trat hier keine Gewöhnung der Bakterien an den Honig ein. Es entstand also keine Resistenz.

Die Medizin in Europa steht derzeit vor einem immensen Problem: Die stärksten bekannten Antibiotika verlieren langsam ihre Wirkung. Sie sind in den Krankenhäusern Europas das letzte Mittel im Kampf gegen tödliche Erreger. Die Sorge geht um, dass bisher leicht zu behandelnde Infektionen wieder zu unheilbaren Krankheiten werden könnten. Darüber hinaus mutieren neue Bakterien wegen der Globalisierung zu immer resistenteren Gebilden und werden zu Superbakterien, gegen die die Medizin keine Chance hat (mehr hier).

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