Studie: Oregano kann helfen, Salz einzusparen

Kräuter und Gewürze heben den Geschmack von Mahlzeiten. Ihr Einsatz kann aber auch die Gesundheit steigern. Wie eine von der American Society of Hypertension veröffentlichte Studie zeigt, hat gerade Oregano besonders zuträgliche Eigenschaften. Für die Forscher ist Oregano das neue, gesündere Salz.

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Oregano kann eine gesunde Alternative zu Salz darstellen. (Foto: Flickr/wild salmon grilled on a cedar plank by woodleywonderworks CC BY 2.0)

Oregano kann eine gesunde Alternative zu Salz darstellen. (Foto: Flickr/wild salmon grilled on a cedar plank by woodleywonderworks CC BY 2.0)

Brasilianische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Oregano offenbar die gleichen Sinne wie Salz anspricht. Ihrer Studie zufolge hätten gerade Patienten mit Bluthochdruck weniger Heißhunger auf salzige Lebensmittel gezeigt, wenn ihnen stattdessen mit Oregano verfeinerte Speisen angeboten wurden. Von besonderem Nutzen ist diese Erkenntnis für jene, die auf eine natriumarme Ernährung oder auf die Herzgesundheit achten müssen.

Die Forscher teilten die Probanden für ihren Versuch in vier Gruppen ein: Ältere Personen über 70 Jahre mit hohem und normalem Blutdruck sowie jüngere Personen zwischen 35 und 40 Jahren mit hohem und normalem Blutdruck. Allen Teilnehmern wurden in zwei Testreihen diverse Brotproben vorgestellt und gebeten, ihre Favoriten zu wählen.

Das Ergebnis: Die Mehrheit der Bluthochdruck-Patienten entschied sich für die Auswahl mit dem meisten Salz. Die anderen Teilnehmer bevorzugten Produkte mit mittlerem oder niedrigem Salzgehalt. Bekamen sie jedoch Lebensmittel, die mit Oregano verfeinert waren, zeigten alle eine reduzierte Vorliebe für Salz.

Dr. Dominic Sica, Präsident des Aufsichtsgremiums der American Society of Hypertension, weist jedoch darauf hin, dass Oregano kein Universalmittel sei. Zum einen sei ein direkter Zusammenhang zwischen einer Salzpräferenz und Bluthochdruck noch nicht abschließend geklärt. Zum anderen mahnt er: Es sei noch viel mehr Forschung notwendig, bevor diese Erkenntnisse genutzt werden könnten, um einen Patientenrat zu formulieren. „Diese Studie war sehr klein, ihre Ergebnisse sind vorläufig“, zitiert ihn das Time Magazine.

Ohnehin sei die Verringerung der Salzzufuhr nicht unbedingt für alle ratsam. Auch nicht für diejenigen, die mit erhöhten Blutdruck zu tun hätten, so Sica. Ob eine natriumarme Kost zu empfehlen sei, müsse patientenspezifisch betrachtet werden. Für diejenigen, denen eine solche Ernährung bereits angeraten wurde, könnte Oregano jedoch eine „schmerzlose Variante“ sein, Salz einzusparen, so auch die Autoren der Studie.

Die American Heart Association empfiehlt, nicht mehr als 1500 Milligramm Natrium pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht etwa zwei bis drei Teelöffeln. Durch die Reduzierung der täglichen Salzmenge kann auch der Blutdruck gesenkt werden. Zu viel Salz wiederum kann zu Herzerkrankungen und Schlaganfällen führen, so die Harvard School of Public Health. Besonders gefährdet seien Personen über 50 Jahren, Patienten mit Diabetes und diejenigen, die bereits einen hohen Blutdruck hätten. Um die tägliche Natriumzufuhr zu senken, empfiehlt die Harvard School of Public Health vor allem auf frisches Obst und Gemüse von lokalen Anbietern zurückzugreifen. Denn jenes enthalte wahrscheinlich niedrigere Salzmengen als jene Produkte, die eingefroren sind oder aus der Dose stammen.

Oregano kann übrigens noch mehr: Sein ätherisches Öl ist bekannt für seine Bakterien abtötenden Fähigkeiten. Es hat antioxidative, antiseptische, antivirale, antimykotische, entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften. Unter anderem kann es zur Behandlung von Infektionen mit MRSA-Staphylokokken eingesetzt werden. So fanden Wissenschaftler von der Georgetown University in einer Studie heraus, dass die keimtötenden Eigenschaften von Oregano-Öl annähernd so effektiv sind wie die meisten Antibiotika.

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