Schadstoff-Aufnahme: „Nicht täglich Schokolade essen!“

Wer seinen Körper nicht unnötig belasten will, sollte nicht jeden Tag Schokolade verzehren. Denn: Über die Nahrung und die Verpackung können Schadstoffe aufgenommen werden. Das österreichische Gesundheitsministerium empfiehlt aktuell, vorsorglich auf Produkte mit Aluminium zu verzichten.

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Wer den Genuss von Schokolade in Maßen hält, muss auch keine zu hohe Belastung mit Aluminium befürchten. (Foto: Flickr/ Chocolate wrappers by aolin CC BY 2.0)

Wer den Genuss von Schokolade in Maßen hält, muss auch keine zu hohe Belastung mit Aluminium befürchten. (Foto: Flickr/ Chocolate wrappers by aolin CC BY 2.0)

In einer vom österreichischen Gesundheitsministerium vorgelegten Literaturstudie mit dem Titel „Aluminium-Toxikologie und gesundheitliche Aspekte körpernaher Anwendungen“ wird darauf hingewiesen, dass auch über die Verpackung Aluminium in den Körper aufgenommen werden kann. Zum Einsatz kommt das Leichtmetall unter anderem bei Keksen, Knabbergebäck, Pralinen, Müsli, Instantsuppen und Schokolade.

Für die Verfasser der Literaturstudie (mehr hier) ist klar: „Es gilt nun als gesichert, dass beim Kontakt mit sauren Speisen und Fruchtsäften und bei längeren Zubereitungszeiten geringe Aluminiummengen in Speisen übergehen.“ Daher würden Behörden und Expertengremien empfehlen, einen längerfristigen Kontakt von stark sauren oder salzigen Speisen und Getränken mit Aluminium zu vermeiden. Zudem sollten Produzenten einen Übergang von Aluminium aus Lebensmittelkontaktmaterialien auf Lebensmittel so weit als möglich zu reduzieren, so die Autoren des Papiers.

Gerade im Fall von Schokolade ist die Alufolie weit verbreitet. Sollten Konsumenten nun besser darauf verzichten? Auf Nachfrage von anders-leben.de erklärt das österreichische Gesundheitsministerium hierzu: „Keine Angst, Schokolade ist nicht in dem Ausmaß säurehaltig. Zudem ist die Folie innen beschichtet.“

Aluminium ist in der Schokolade jedoch bereits über den natürlichen Aluminiumgehalt in der Kakaobohne enthalten. Das Leichtmetall wird über die Magenschleimhaut aufgenommen und landet so im Blutkreislauf. Wie viel Aluminium in Schokolade steckt, das hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfallen-Lippe untersucht. Demnach hatten 22 Schokoladen-Proben (85%) einen Aluminiumgehalt von unter 50 mg/kg, zwei Proben lagen im Bereich 50 bis 100 mg/kg und eine Probe lag bei 133 mg/kg. Als tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge (Tolerable Weekly Intake, TWI) gilt 1 mg Aluminium pro kg Körpergewicht pro Woche. Das ergab ein Gutachten des Gremiums für Lebensmittelzusatzstoffe, Aromastoffe, Verarbeitungshilfsstoffe und Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen (AFC) und der European Food Safety Authority (efsa).

Wie Konsumenten diese wissenschaftlichen Erkenntnisse praktisch halten können, erklärte Diplom-Oecotrophologe und Ernährungsberater VDOE Christof Meinhold bereits 2013:

„Die Aufnahme von Aluminium oder anderen Schadstoffen über die Nahrung lässt sich nicht komplett vermeiden. Sie können die Aufnahme aber niedrig halten, indem Sie viel Abwechslung in Ihren Speiseplan bringen. Wenn Sie nicht täglich Schokolade verzehren und sich zudem an die Empfehlung halten, täglich nicht mehr als 1 kleine Handvoll Süßigkeiten bzw. 1-2 Riegel Schokolade zu genießen, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen durch den Verzehr von Schokolade einer zu hohen Aluminiumaufnahme ausgesetzt zu sein.“

Auf eine aktuelle Nachfrage zum Thema von anders-leben.de ergänzt Meinhold nun:

„Auch unsere erneute Recherche zum Thema Aluminiumgehalte von Schokolade hat keine neuen oder anderen Ergebnisse zutage gefördert. Uns liegen keine aktuelleren Analyseergebnisse von Schokolade vor. Auch vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es keine Stellungnahme zum Thema Aluminiumgehalte in Schokolade. Uns liegen daher keine Daten oder Belege dafür vor, dass der gelegentliche Verzehr von Schokolade im Rahmen der Empfehlung zwangsläufig zu einer deutlichen Überschreitung der tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge führt und damit gesundheitliche Folgen nach sich ziehen könnte.

(…) die Schadstoffaufnahme (kann) prinzipiell niedrig gehalten werden, indem viel Abwechslung in den Speiseplan gebracht wird. Schokolade sollte daher grundsätzlich nicht täglich genossen werden und im Rahmen einer vollwertigen Ernährung auf 1-2 Riegel pro Tag begrenzt werden.“

Mitte Juni riet Österreichs Gesundheitsminister Alois Stöger: Die Konsumenten sollen vorsorglich auf Produkte mit Aluminium verzichten. Zwar kann die Gesundheitsgefährdung derzeit weder bestätigt noch widerlegt werden, es sei allerdings ratsam, vorsorglich auf die Produkte zu verzichten, die Aluminium enthalten (mehr hier).

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