Wissenschaftler arbeiten an künstlichem, digitalen Geschmack

Ein Gerät ermöglicht es, den Geschmack von bestimmten Nahrungsmitteln beziehungsweise Speisen digital nachzuahmen. Zwei Elektroden bilden den Geschmack auf der Zunge nach. Mit einem auf dieser Technik basierenden digitalen Lutscher sollen Diabetiker zukünftig Süßes schmecken, ohne sich zu gefährden.

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Süßer Genuss ohne Folgen: Die Wissenschaftler denken auch an einen digitalen Lutscher. (Foto: Flickr/Biubiu y el lolly by JavierPsilocybin CC BY 2.0)

Süßer Genuss ohne Folgen: Die Wissenschaftler denken auch an einen digitalen Lutscher. (Foto: Flickr/Biubiu y el lolly by JavierPsilocybin CC BY 2.0)

Geht es nach den Wissenschaftlern der National University of Singapore, werden Fernsehzuschauer zukünftig eine Kochshow zu Hause am Bildschirm nicht nur sehen, sondern auch schmecken. Möglich machen soll dies ein so genanntes Digital Taste Interface. Dieses Gerät reproduziert den Geschmack auf elektronischem Weg.

Der Simulator ist mit zwei Elektroden ausgestattet: Einen zur elektrischen und einen zur thermischen Stimulation. Damit werden die primären Geschmacksemfindungen angeregt (salzig, süß, sauer). Je nach Stromstärke, Frequenz und Temperatur wird der entsprechende Geschmack erzeugt. Hält man die Elektroden an die Zunge, wird der Geschmack generiert. Diese neue Technologie könnte in Computerspielen verwendet werden oder es erlauben, Mahlzeiten über das Internet zu teilen, sagte der führende Wissenschaftler der Universität, Ranasinghe Nimesha, dem Telegraph.

Die Wissenschaftler von der National University of Singapore denken aber auch an eine Art digitalen Lutscher, den man mit dieser Technologie ausstatten kann. Dieser könnte dann einen süßen Geschmack generieren, ohne den Zähnen zu schaden oder sich negativ auf das Gewicht auszuwirken. Für Diabetiker könnte dies auch einen ungefährlichen Konsum von Süßem ermöglichen, so Nimesha. „Im Moment arbeiten wir an unserer Technologie, um auch den Geruchssinn in die digitale Geschmackserfahrung einzubringen.“

In der Vergangenheit hatten Wissenschaftler bereits daran gearbeitet, Geschmack durch die Verwendung von Chemikalien zu erzeugen. Dies ist aber zu kostenintensiv und nicht abwandelbar genug. Auch habe man bei den Chemikalien die Schwierigkeit, diese zu speichern und zu manipulieren, sagt Ranasinghe Nimesha.

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