Pessimisten sind gesünder und leben länger

Je älter man wird, desto pessimistischer schätzt man seine Zukunft ein. Doch das muss nicht von Nachteil sein, denn Optimisten werden öfter krank und sterben früher. Auch in der Unternehmensführung kann sich negatives Denken auszahlen.

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Pessimisten achten besser auf die eigene Gesundheit. (Foto: Flickr/ My favourite cup by bpende CC BY 2.0)

Pessimisten achten besser auf die eigene Gesundheit. (Foto: Flickr/ My favourite cup by bpende CC BY 2.0)

Die Zukunftserwartungen von Menschen haben einen großen Einfluss auf ihre Gesundheit und ihre Lebensdauer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Die Forscher analysierten Langzeitdaten aus den Jahren 1993 bis 2003. In diesem Zeitraum wurden dieselben Personen jedes Jahr wieder danach gefragt, wie zufrieden sie aktuell mit ihrem Leben sind und wie zufrieden sie in fünf Jahren zu sein glauben. Fünf Jahre später verglichen die Forscher dann, ob die erwartete Zufriedenheit auch tatsächlich eingetreten war.

In der Studie wurden drei Altersgruppen unterschieden: 18- bis 39-Jährige, 40- bis 64-Jährige und über 65-Jährige. Je älter die Befragten waren, desto pessimistischer schätzten sie ihre Zukunft ein. Junge Erwachsene hatten meist ein unrealistisch positives Bild von ihrer Zukunft. Menschen im mittleren Erwachsenenalter seien weitgehend realistisch gewesen, so die Studie.

Die Forscher untersuchten außerdem die Gesundheit der Teilnehmer. So kamen sie zu dem Ergebnis, dass sich für Optimisten, die ihre zukünftige Zufriedenheit überdurchschnittlich hoch einschätzten, das Risiko körperlicher Einschränkungen oder Beschwerden und das Risiko zu sterben um etwa zehn Prozent erhöhten.

„Möglicherweise ermuntern pessimistische Zukunftserwartungen die Senioren dazu, noch besser auf die eigene Gesundheit zu achten und sich vor Gefahren zu schützen“, zitiert Doccheck News den an der Studie beteiligten Forscher Frieder Lang.

Lang sagt zudem, dass ein weiterer Zusammenhang die Wissenschaftler überrascht habe: Je stabiler die Gesundheit und je höher das Einkommen der Befragten waren, desto pessimistischer sahen sie in die Zukunft. Diese Menschen seien offenbar sensibler für die Begrenztheit ihrer verbleibenden Zeit und achteten eher darauf, ihren Status zu erhalten, als auf künftige Besserung zu hoffen, so der Forscher.

Auch Studien aus den USA sind zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt, dass nämlich „positives Denken“ nicht nur unwirksam ist, sondern sogar den Misserfolg begünstigt. Sie erklärten dies damit, dass der positiv Denkende leicht von seiner Fixierung auf ein Ziel in die Irre geleitet werde. Diese Fixierung schüre die Angst vor dem Misserfolg, und mache den Positiv-Denker blind und unbeweglich, wenn sich die Bedingungen ändern.

Auch habe das „negative Denken“ in der Praxis den Erfolg vieler Unternehmer erst möglich gemacht, zitiert das WSJ den Forscher Saras Sarasvathy. Keiner der von ihm befragten Unternehmer beginnt mit großen Plänen und schreibt ausführliche Business-Pläne. Im ersten Schritt betrachten die Entrepreneure die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel und Fähigkeiten. Im zweiten Schritt werden dann mögliche Ziele untersucht.

Dabei verwenden die Unternehmer die Strategie des „negativen Denkens“: Sie malen sich die schlimmsten möglichen Konsequenzen einer Geschäftsentscheidung aus. Erst wenn sie diese Vorstellung für erträglich halten, wagen sie den nächsten Schritt. „Negatives Denken“ führt nicht nur zu einem erfolgreicheren Leben, sondern auch zu Wohlstand, resümiert Sarasvathy seiner Untersuchungen.

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