Zweites Leben von Smartphones: Alt-Geräte decken Abholzung auf

Statt im Müll zu landen, werden alte Android Smartphones nun einer neuen Verwendung zugeführt. Ein US-Startup modifiziert gespendete Geräte und installiert sie im Regenwald. Das Ziel: Illegale Abholzung soll so verhindert und Verantwortliche dingfest gemacht werden können.

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Die grünen Lungen der Erde sind in Gefahr. Ausrangierte Handys sollen jetzt zu ihrem Schutz beitragen. (Foto: Flickr/ Rainforest debris after the tree falls by Tatters CC BY 2.0)

Die grünen Lungen der Erde sind in Gefahr. Ausrangierte Handys sollen jetzt zu ihrem Schutz beitragen. (Foto: Flickr/ Rainforest debris after the tree falls by Tatters CC BY 2.0)

Das Projekt Rainforest Connection aus San Francisco will der illegalen Abholzung von Regenwäldern mit Hilfer alter Handys entgegenwirken. Das Startup schätzt den jährlichen Verlust auf gut eine Million Hektar pro Jahr. Zu erkennen war das bisher erst im Nachhinein via Satellitenbilder. Recycelte Smartphones sollen jetzt für Prävention sorgen. Mitmachen kann mittlerweile jeder.

Einen ersten Testlauf der gemeinnützigen Organisation gab es bereits im Sommer 2013. Im 25.000 Hektar großen Air Tarusan Reservat im Westen von Sumatra wurden 15 solcher Telefon-Stationen aufgebaut, berichtet das Portal gute-nachrichten.com. Die Alt-Geräte wurden mit Solarzellen so umgerüstet, dass sie mit eingeschalteten Mikrophonen ganz einfach an Bäume gehängt werden konnten.

Das simple Prinzip: Dank der Solarzellen ist ein ständiger Betrieb der Handys gewährleistet. „Sobald nun das Android-Smartphone über das Mikro den Klang von Kettensägen in unmittelbarer Umgebung aufnimmt, wird ein Signal an lokal stationierte Ranger übermittelt, die dann sofort eingreifen können, um Schlimmeres zu verhindern“, heißt es weiter. Der Aufnahme-Radius der Geräte, die übrigens auch aufgescheuchte Tiere registrieren, soll immerhin gut 500 Meter betragen.

Mittlerweile kann über eine kostenlose App jeder in das Projekt eingebunden werden, berichtet mashable.com. Das entspricht genau dem Ziel von Gründer Topher White. Der hat sich vorgenommen, den Menschen die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um sie aktiv an der Erhaltung des Regenwaldes teilhaben zu lassen. Indigene Völker, die in den Regenwäldern leben, seien ein wichtiger Teil der Bemühungen, so White. Nach wie vor gibt es keine Live-Updates durch Satelliten. Statt wie bisher immer zu spät zu kommen, können nun also die genauen Standorte und Zeiten ermittelt werden.

Bedenken, dass die Geräte im Regenwald von den falschen Personen aufgespürt und deaktiviert werden könnten, versucht Rainforest Connection zu zerstreuen. Die Smartphones seien gut getarnt und so programmiert, dass eine SMS-Nachricht an den Responder abgesetzt werde, wenn sie nach der Installation bewegt würden.

Im Rahmen einer Spendenkampagne hat die Rainforest Connection bislang 12.253 US-Dollar von ihren benötigten 100.000 US-Dollar einsammeln können. Die Aktion läuft noch gut einen Monat. Als nächstes sollen Geräte in den afrikanischen Regenwäldern installiert werden. Über eine Gesamtfläche von 200 bis 300 Kilometern sollen 30 Handys zum Einsatz kommen. Wann die Aktion startet, ist bisher allerdings nicht klar. Habe die Kampagne Erfolg, könnte das Projekt noch bis zum Ende des Sommers realisiert werden, so White.

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