Studien: UN-Strategien sind wirkungslos

Die UN versucht Gelder zur Bekämpfung der Müttersterblichkeit einzusammeln, obschon die bisherigen Maßnahmen offenbar wenig fruchten. In den vergangenen zehn Jahren wurden Millionen Dollar für Gesundheits-Initiativen in Entwicklungsländern ausgegeben, die von der Weltgesundheitsorganisation als wertvoll erachtet wurden. Fachleute fordern nun eine Fehleranalyse, statt einer weiteren unreflektierten Geldverschwendung.

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Warum die eingesetzten Maßnahmen ihre Wirkung nicht wie gewünscht entfalten konnten, ist unklar. (Foto: Flickr/ Young mum by DFID CC BY 2.0)

Warum die eingesetzten Maßnahmen ihre Wirkung nicht wie gewünscht entfalten konnten, ist unklar. (Foto: Flickr/ Young mum by DFID CC BY 2.0)

Zwei Analysen von Mütter-Gesundheits-Programmen in Entwicklungsländern fördern ein erstaunliches Ergebnis zutage. Die Anstrengungen und Investitionen vieler Jahre blieben so gut wie ohne Erfolge. Nun stellt sich die Frage, warum das ganze Geld überhaupt ausgegeben wurde und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Die untersuchten Programme gewährleisten unter anderem die Gabe günstiger Medikamente wie zum Beispiel Magnesiumsulfat, um Komplikationen unter der Geburt zu behandeln. Sie sorgen aber auch für den Einsatz von vorbeugenden Antibiotika für Frauen, die sich einem Kaiserschnitt unterziehen müssen.

Doch die Wissenschaftler fanden keinen Zusammenhang zwischen den angeblich lebensrettenden Interventionen und den Todesraten von Frauen bei der Geburt. Gegenden, die die Maßnahmen einsetzten, hatten keine bessere Überlebensraten für Mütter als Gebiete, in denen sie nicht zur Anwendung kamen, so CTV News.

Über die Ergebnisse zeigten sich die Gesundheitsbehörden überrascht. „Niemand hätte überraschter sein können, als ich, als wir die Ergebnisse sahen“, zitiert ABC News Dr. Omrana Pasha von der Aga Khan University in Pakistan. Die Spezialistin für Frauengesundheit leitete eine Studie über Maßnahmen zur Mütter-Gesundheitin sechs Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens. „In der klinischen Medizin, würden wir kein Medikament verschreiben, bis mehrere Studien zeigen, dass es funktioniert.“ Die FDA würde es nicht zulassen, dass ein Medikament ohne diese Beweise vermarktet würde. In der öffentlichen Gesundheit stünden die Dinge jedoch anders.

Warum die eingesetzten Maßnahmen ohne Wirkung blieben, darüber herrscht auch bei den Fachleuten keine Klarheit.  „Wir gehen davon aus, dass die Frauen gerettet werden können, wenn sie diese Dinge bekommen. Aber es ist zu einfach zu sagen, eins plus eins ist zwei“, so Dr. Marleen Temmerman, Leiterin der Abteilung Müttergesundheit bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie selbst ist nicht davon überzeugt, dass die Maßnahmen tatsächlich nicht fruchten sollen. Sie glaubt eher an Fehler bei der Umsetzung der Programme. Eine einfache Erklärung sieht sie zum Beispiel in den Verfügbarkeiten: „Vielleicht hat die Gesundheitseinrichtung die Medizin. Aber der Mann, der den Schlüssel zum Schrank hat, ist gegangen.“

An diesem Montag startet in Südafrika eine internationale Tagung der UN-Partner. Dort sollen noch mehr Gelder für solche Programme eingesammelt werden. Allein die USA hat seit 2009 13 Milliarden US-Dollar für die Unterstützung wichtiger Gesundheitsmaßnahmen ausgegeben, um die Überlebensrate von Müttern und Kindern zu verbessern.

Nach Einschätzung von Temmerman wäre es jedoch gefährlich, wenn die Spendenbereitschaft nun einbrechen würde. Vielmehr müssten die Gelder nur klug investiert werden. Anderen geht das nicht weit genug. „Wir müssen ehrlicher und ernsthafter mit den Fehlern der Vergangenheit umgehen, sonst werden wir immer wieder diesselben Fehler machen“, so Bill Easterly, Ökonom an der New York University. Das Ganze sei nicht nur die Schuld der Länder, die die Hilfen erhalten und die Technologien nicht richtig einsetzten. Es sei auch die Schuld der westlichen Hilfsorganisationen und Spender, die nicht entschieden genug versuchen würden, es richtig zu machen.

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