Kalorien-Zähler für die Hosentasche: Mini-Scanner hilft bei der Nahrungswahl

Ein israelisches Unternehmen möchte Verbrauchern die richtige Auswahl der Lebensmittel erleichtern. Ein kleines Gerät - nicht größer als ein USB-Stick - soll ein ausgiebiges Studium der Nährstoff-Angaben künftig überflüssig machen. Per kurzem Scan kann der Spektrometer für die Hosentasche zum Beispiel Fett- oder Zuckergehalt der Speisen erkennen.

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Was steckt drin? Verbraucher sollen das künftig mit Hilfe der Nahinfrarotspektroskopie erkennen. (Foto: Flickr/ March 11 by Arya Ziai CC BY 2.0)

Was steckt drin? Verbraucher sollen das künftig mit Hilfe der Nahinfrarotspektroskopie erkennen. (Foto: Flickr/ March 11 by Arya Ziai CC BY 2.0)

Das israelische Unternehmen Consumer Physics will gesundheitsbewusste Verbraucher das Kalorienzählen erleichern. Das Startup hat einen Spektrometer für die Hosentasche entwickelt, der die Zusammensetzung von Lebensmitteln binnen kürzester Zeit erkennt. Schon im Dezember sollen die ersten Geräte ausgeliefert werden.

Der so genannte Scio ist gerade einmal 7,3 Zentimeter lang, 2,5 Zentimeter breit sowie 1,65 Zentimeter dick. Er wiegt nicht mehr 20 Gramm. Die Idee: Scio sendet Licht im Nahinfrarotspektrum aus und erkennt so die chemische Zusammensetzung des gescanten Objektes, also zum Beispiel Nährwerte, von Kalorien bis hin zu Trans-Fettsäuren. Das berichtet das Tech-Portal mashable.com.

Das physikalische Prinzip dahinter: „Da die Bindungen von Atomen in einem Molekül elastisch sind, können Atome schwingen. Wird ein Molekül angeregt, schwingt es in einer bestimmten Frequenz.“ Trifft das Licht also auf ein Molekül und regt es an, reflektiert das schwingende Molekül das Licht in einem ganz bestimmten Muster. Das reflektierte Infrarotlicht wird dann wiederum von einem optischem Sensor im Scio aufgefangen.

Um letztendlich zu erfahren, was im ausgewählten Produkt steckt, ist nun nur noch ein Smartphone mit einer entsprechend App nötig. Denn per per Bluetooth 4.0 LE werden die Daten von diesem auf einen Cloudserver übertragen. Nach einer Auswertung werden die Daten dann zurück aufs Handy geschickt.

Für Chef-Entwickler Dror Sharon läutet Scio bereits die nächste Generation zu googlen ein. Noch hat das Produkt jedoch einen Haken: Derzeit können nur Objekte und Materialien analysiert werden, die bereits in der Datenbank hinterlegt wurden. Ein weiterer Ausbau ist den Entwicklern zufolge aber bereits angedacht.

Via Crowdfunding-Kampagne suchten die Entwickler bis Mitte Juni dieses Jahres Unterstützer für die Serienprouktion. Mit Erfolg. Nachdem die ersten 300 Geräte für 149 US-Dollar erworben werden konnten, müssen Interessenten nun 199 US-Dollar auf den Tisch legen. Die ersten Auslieferungen sind für Ende des Jahres vorgesehen.

Interessant scheint das Gerät allerdings nicht nur für ernährungsbewusste Kunden. Den Entwicklern zufolge könne Scio in vielerlei Bereichen zur Anwendung kommen. Und wenn es nur die Bestimmung des richtigen Zeitpunktes wäre, um erneut die Blumen zu gießen.

Eingesetzt wird die Nahinfrarotspektroskopie übrigens seit langem sowohl in der Medizin als auch in der Lebensmittelproduktion, um zum Beispiel Hirnaktivitäten eines Patienten zu messen oder Nahrungsmittelkontrollen durchzuführen.

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