Neuartiger Sensor überwacht Umweltfaktoren im Schlafzimmer

Eine kleine Kugel soll in Zukunft für mehr Schlafqualität sorgen. Das Kombi-Gerät arbeitet mit diversen Sensoren und einer App, die uns auf Störenfriede im Schlafzimmer aufmerksam machen. Bereits im Herbst kommt The Sense auf den Markt.

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Der Mensch verbringt gut ein Drittel seines Lebens im Bett. Dem Schlafzimmer widmen wir aber nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit. (Foto: Flickr/ Sleeping OMG by CarbonNYC CC BY 2.0)

Der Mensch verbringt gut ein Drittel seines Lebens im Bett. Dem Schlafzimmer widmen wir aber nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit. (Foto: Flickr/ Sleeping OMG by CarbonNYC CC BY 2.0)

Ein Jungunternehmen aus San Francisco will künftig für besseren Schlaf sorgen. Das Team hat einen Sensor entwickelt, der Umweltfaktoren im heimischen Schlafzimmer analysiert. Das Gerät wird einfach auf dem Nachttisch platziert. Ein zweites für Bewegungsaufzeichnungen befindet sich unter dem Kopfkissen. Konsequenzen aus der Auswertung muss der Nutzer aber immer noch selbst ziehen.

Derzeit befindet sich der kugelförmige Schlafmonitor namens The Sense noch nicht in der Massenproduktionsphase. Das US-amerikanische Unternehmen Hello Inc. sucht noch bis Ende August über die Plattform Kickstarter nach potentiellen Investoren für das Projekt. Diese zeigen sich jedoch schon jetzt von der Idee begeistert. Mehr als 5500 Geldgeber gibt es bereits. Im Topf befinden sich bereits mehr als  700.000 US-Dollar.

Die simple Idee hinter dem Design-Produkt: The Sense soll eine ganze Reihe von Faktoren messen, die Einfluss auf unseren Schlaf haben. Dazu gehören etwa die Helligkeit im Raum, die Lautstärke in der direkten Umgebung, aber auch Aspekte wie Feuchtigkeit und Partikel in der Luft, wie zum Beispiel Pollen. Direkte Rückmeldung, ob die Umgebung in Ordnung ist oder störende Einflüsse enthält, bekommt der Nutzer noch bevor er sich ins Bett begibt. Über verschiedene Farben macht die kleine Kugel deutlich, wie es um das eigene Schlafzimmer bestellt ist.

Am nächsten Morgen erfolgt dann eine zweite Auswertung. Eine Punktzahl zeigt dem Nutzer via Sense-App an, wie seine Schlafqualität einzuschätzen ist und welche Faktoren verbessert werden könnten. Einbezogen werden hierbei dann auch die Daten der so genannten Schlafpille unter dem Kopfkissen, die per Bluetooth mit The Sense verbunden ist. Störende Geräusche werden zudem aufgezeichnet und können bei Bedarf angehört werden. Ebenfalls enthalten ist ein intelligenter Alarm, der den Nutzer möglichst außerhalb der Tiefschlafphase weckt.

„Ich wollte etwas, das sich nicht anfühlt, wie ein Stück Elektronik, das man nicht haben will, wie ein Apple TV neben dem Bett“, zitiert Techcrunch Firmeninhaber und Gründer James Proud. „Es musste etwas sein, über das man glücklich ist, es zu haben. Selbst, wenn es nichts tut.“ Die Notwendigkeit von Sense liegt für den Erfinder natürlich auf der Hand. Ein Drittel seines Lebens würde der Mensch schlafend verbringen. Und niemand würde sich bislang um den wichtigsten Raum des Lebens kümmern.

Bereits ab kommenden November soll die Kugel ausgeliefert werden. Der Verkaufspreis wird derzeit mit gut 130 US-Dollar angegeben.

Dass Proud mit seinem Produkt auf der richtigen Fährte ist, verdeutlicht übrigens auch der Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) aus dem Jahr 2010. Demnach sind in den westlichen Industriestaaten etwa zehn Prozent der Bevölkerung von chronischer Insomnie, d.h. von Problemen beim Einschlafen und Durchschlafen betroffen. Im Report heißt es hierzu:

Schlafstörungen gehören neben Kopfschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. Erholsamer Schlaf prägt nicht nur das subjektive Wohlbefinden und das Lebensgefühl, er ist zugleich auch eine bedeutsame Voraussetzung für die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitsgesellschaft. Schlafmedizinische Erkrankungen verursachen über die unmittelbaren Folgen für die Betroffenen hinaus kostenträchtige Schäden für die Betriebe durch Produktivitätsverluste und Arbeitsunfälle.“

Die Crux: Viele Betroffene würden das Problem unterschätzen. Auch in den Arztpraxen werde die Behandlungsrelevanz häufig übersehen. Die Folge: Es entstehen Versorgungslücken. Dabei ist der Leidensdruck der Patienten außerordentlich hoch.

Kommentare

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  1. Stefan Brönnle sagt:

    >Einbezogen werden hierbei dann auch die Daten der so genannten Schlafpille unter dem Kopfkissen, die per Bluetooth mit The Sense verbunden ist. <

    Also: Hochfrequenz untem Kopfkissen…für einen gesunden Schlaf. Na dann: Gut`Nacht!

  2. Armin sagt:

    ein interessantes Gerät
    Vielleicht kann man den Funk der Pille während des Schlafs deaktivieren?
    Was ist mit niederfrequenten Feldern der Pille (aktiver Elektronik)?

  3. Josef Spritzendorfer sagt:

    Noch mehr Elektronik im Schlafzimmer –
    sicher ein Gewinn für den Hersteller – offensichtlich aber nicht informiert über die schlaf- beeinflussende Wirkung von zusätzlichen elektromagnetischen Belastungen?
    Wir empfehlen: lieber schadstoffarme Räume (nur glaubwürdig geprüfte Baustoffe,Böden, Möbel, Textilien) und gute Lüftung….,