Grippe-Prävention: Wissenschaftler empfehlen Gruß mit der Faust statt Handschlag

Um Krankheiten zu vermeiden, sollten sich Menschen künftig nicht mehr die Hand geben. Stattdessen empfehlen britische Forscher sich die Gepflogenheiten junger Leuten anzueignen und sich mit der Faust zu begrüßen. Der Grund: Auf diese Weise lässt sich die Übertragung von Bakterien und Viren um bis zu 90 Prozent senken.

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Ob sich die lockere Begrüßungsformel durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. (Foto: Flickr/ by Click! the Web Series CC BY 2.0)

Ob sich die lockere Begrüßungsformel durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. (Foto: Flickr/ by Click! the Web Series CC BY 2.0)

Dr. Dave Whitworth von der Aberystwyth University in Wales will seine Landsleute künftig vor Grippe- oder MRSA-Erkrankungen schützen. Er rät, auf Höflichkeitsfloskeln wie das Händeschütteln zu verzichten. Das Aneinanderschlagen der Fäuste tut es auch und ist obendrein offenbar wesentlich hygienischer.

Wer nicht ganz so weit gehen möchte, dem sei schon mit einem lockeren, kurzen Händeschütteln geholfen. Bereits diese Form der Begrüßung reduziere die Übertragung von gefährlichen Krankheitserregern beträchtlich, berichtet die britische Zeitung Telegraph. Noch effektiver, um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern, sei allerdings die Faust. Der Grund: Auf diese Weise erfolge die Begrüßung wesentlich schneller und lege außerdem weniger Fläche frei. Im Umkehrschluss bedeute das eine geringere Chance für Bakterien sich von Mensch zu Mensch zu verbreiten.

Die Wissenschaftler der Aberystwyth University testeten verschiedene Formen der Begrüßung und deren Übertragungsrate mit Hilfe von E. coli-Bakterien. Sie fanden heraus, dass die meisten Bakterien beim Händeschütteln übertragen wurden. Je intensiver und fester der Händedruck, desto mehr Bakterien wandern auch. Beim so genannten „high five“ waren es nur noch halb so viele. 90 Prozent weniger wechselten die Person, wenn sich nur die Fäuste berührten. Die Studie mit dem Titel „The fist bump: a more hygienic alternative to the handshake“ wird im kommenden August im American Journal of Infection Control veröffentlicht.

„Die Menschen denken nur selten über die gesundheitlichen Auswirkungen des Händeschütteln nach“, zitiert das Blatt Dave Whitworth. Doch würde man eine breite Öffentlichkeit dazu auffordern, sich künftig per Faust zu begrüßen, bestünde ein echtes Potential, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu senken. Nach Ansicht des Wissenschaftlers könnten die Ergebnisse vor allem bei der Eindämmung von Infektionskrankheiten wie MRSA und Grippe (mehr hier) zuträglich sein. Einfach, in dem die Menschen ihr Verhalten ändern würden. Vor allem im Falle einer Epidemie könnte das erheblichen Einfluss auf den Verlauf nehmen. Für Krankenhäuser empfiehlt Withworth sogar die vollständige Vermeidung von Körperkontakt.

Gleichzeitig befürchtet der Wissenschaftler, dass seine Ideen nicht ganz so einfach umzusetzen seien. Schließlich laufe der Verhaltensvorschlag den herrschenden gesellschaftlichen Normen zuwider. „Ich glaube, es wird Widerstand geben. Denn eigentlich ist es ziemlich unhöflich, jemandem nicht die Hand zu geben oder diese nicht anzubieten.“ Bei den jüngeren Generationen sei die Begrüßung via Faust jedoch schon weit verbreitet. Probleme würde es deshalb vor allem bei älteren Menschen geben.

Gestützt werden die Empfehlungen des Briten übrigens nicht nur von einer US-amerikanischen Studie zum Thema, sondern auch von den Centers for Disease Control and Prevention. Der US-Behörde zufolge werden ganze 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände weitergereicht. Entsprechende Kampagnen und einschlägige Internetseiten gibt es in den USA bereits. Eine Initiative mit dem Titel „No-Hands“ und dem Slogan „Händeschütteln vermeiden. Ist besser so“ ist auch in Deutschland aktiv.

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