Nestlé entwickelt personalisiertes Küchengerät für Nährstoffe

Nestlé arbeitet derzeit an der Entwicklung eines Haushaltgeräts, das seinen Benutzer individuell mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Mit dem Projekt „Iron Man“ sollen Krankheiten durch Nahrungssergänzung bekämpft werden. Allerdings ist das persönliche Gesundheitsprofil bisher zu teuer.

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Wenn wir das richtig anstellen, kann es die nächste Mikrowelle in ihrer Küche sein", so Nestlé-Chef Paul Bulcke. (Foto: Flickr/ Microwave by Paul Downey CC BY 2.0)

Wenn wir das richtig anstellen, kann es die nächste Mikrowelle in ihrer Küche sein“, so Nestlé-Chef Paul Bulcke. (Foto: Flickr/ Microwave by Paul Downey CC BY 2.0)

Nestlé will seine Kunden mit dringend benötigten Vitaminen und Mineralien versorgen. Dafür investiert der Nahrungsmittelkonzern in das Forschungsprogramm „Iron Man“. Hier werden zentrale Nährstoffe auf die richtige Dosis hin analysiert, um fehlende Nährstoffe nach individuellen Bedürfnissen herzustellen. Geplant ist die Nahrungsergänzung in Pulverform.

„Heraus kommt Ihr Essen dann per Knopfdruck. Wenn wir das richtig anstellen, kann es die nächste Mikrowelle in ihrer Küche sein“, zitiert Bloomberg Businessweek Ed Baetge, Direktor des Nestlé Institute of Health Sciences (NIHS).

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, in Zukunft Krankheiten mit Lebensmitteln und Getränken behandeln zu können. 15 Wissenschaftler untersuchen seit einem Jahr die charakteristischen Merkmale, die für Fettleibigkeit, Vitaminmangel und Krankheiten wie Diabetes und Krebs verantwortlich sind.

Iron Man ist eine personifizierte Analyse dessen, was unserer Ernährung oder einem Produkt fehlt, um zu helfen, diesen Mangel auszugleichen. In der Vergangenheit war Essen einfach nur Essen. Wir gehen in eine neue Richtung“, sagt Baetge.

Nestlé stellt bereits Produkte für Alzheimerkranke her. Nach Angaben von NIHS-Leiter Luis Cantarell habe die individuelle Nahrungsergänzung ein bisher unvorhersehbares Geschäftspotenzial, das man sich heute gar nicht vorstellen könne. Jedoch sei die Ära, der vollständig auf den Kunden angepassten Lebensmittel noch mindestens ein Jahrzehnt entfernt.

Fast jeder kann von einer individuellen Nährstoffanalyse profitieren. Es ist so persönlich wie ein Fingerabdruck, der Informationen über Mängel oder Überschüsse wiedergeben kann. Jedoch sind diese Daten zum jetzigen Zeitpunkt zu teuer. Nach Ansicht von Forschern der Universität von Minnesota würde ein solches Gesundheitsprofil pro Person mehr als 1000 US-Dollar kosten.

Viele Menschen kennen bereits „ihre Cholesterinwerte, aber in Zukunft werden sie auch ihre Magnesium-, Vitamin D, und andere Werte kennen“, sagt Bruce Ames, Wissenschaftler am Oakland Research Institute in Kalifornien.

Nestlé plant nun die individuellen Daten in einem Haushaltsgerät zu speichern, so dass das maßgeschneiderte Nahrungsmittel die richtige Menge an Vitaminen wiedergibt.

Wenn das gelingt, schafft sich Nestlé mit der Erfindung eines Haushaltsgeräts für individuelle Nahrungsergänzung eine Monopolstellung. Der Markt hatte 2013 einen Wert von 25 Milliarden US-Dollar. Allein die Hälfte der Amerikaner nimmt regelmäßig Vitamine oder Mineralzusatzstoffe zu sich.

Doch bei all seinen Bestrebungen muss der schweizerische Konzern darauf achten, keinen Imageverlust auf Nebenschau-Plätzen zu erleiden. Der würde am Ende auch finanzielle Verluste nach sich ziehen. Denn aktuell steht Nestlé in der Kritik, weil der Konzern sich am Grundwasser eines Indianer-Reservats in Kalifornien bedient und das Wasser verkauft.

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