Hohes Risiko: Kindstod tritt vor allem im Elternbett auf

Das Gros der Todesfälle bei Kleinkindern ist auf das Teilen des Bettes mit den Eltern zurückzuführen. Dabei ist der Risikofaktor bei Babys bis zu drei Monaten am größten. Bei älteren Säuglingen ist hingegen die Erstickungsgefahr durch Spielzeug oder Kuscheltiere beträchtlich.

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Um die Gefahren von Kindstod zu minimieren sollte das Kinderbett bei Säuglingen immer in der Nähe der Eltern, aber frei von Spielzeug, Extradecken und Kissen sein. (Foto: Flickr/ Sleeping by Jack DaRos CC BY 2.0)

Um die Gefahren von Kindstod zu minimieren sollte das Kinderbett bei Säuglingen immer in der Nähe der Eltern, aber frei von Spielzeug, Extradecken und Kissen sein. (Foto: Flickr/ Sleeping by Jack DaRos CC BY 2.0)

In den USA sind zwischen 2004 und 2012 mehr als 8200 Babys unter einem Jahr gestorben, 69 Prozent davon im Elternbett. US-Forscher untersuchten nun die Gründe für Todesfälle bei Kleinkindern. Ursächlich waren demnach die Schlafposition, der Ort, Gegenstände im Bett sowie das Teilen des Bettes.

Die in der Zeitschrift Pediatrics veröffentlichte Studie „Sleep Environment Risks for Younger and Older Infants“ zeigt auf, dass plötzlicher Kindstod und schlafbezogene Todesursachen auch altersabhängig sind. Neugeborene unter vier Monaten sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, im Elternbett zu sterben. 73,8 Prozent der Säuglinge teilten zum Todeszeitpunkt das Bett mit anderen.

„Der vorherrschende Risikofaktor für die jüngeren Kinder (bis zu drei Monaten) ist, sich das Bett zu teilen, während Objekte im Schlafbereich dominierender Risikofaktor für ältere Säuglinge (von vier Monaten bis zu einem Jahr) sind“, so Doktor Jeffrey Colvin zu CBC News.

Viele Eltern ziehen es vor, das Kind im Elternbett schlafen zu lassen, weil es das Stillen erleichtert und einen ruhigeren Schlaf ermöglicht. Andere lassen ihr Kind aufgrund kultureller Hintergründe oder aus Überzeugung bei sich im Elternbett schlafen.

Es stimmt, dass es viele tausend Jahre weltweit Praxis war, wenn Eltern das Bett mit ihren Kindern teilten. „Aber heute haben wir die Nachweise, um zu zeigen, dass bei diesen Babys Todesfälle häufiger auftreten. Daher ist es schwer zu verstehen, dass die Leute dieses Risiko eingehen“, sagt auch Doktor Janice Heard von der Canadian Paediatric Society.

Die Studie empfiehlt daher, das Gefahrenrisiko zu minimieren und bei Säuglingen darauf zu achten, dass sie stets auf dem Rücken in ein Kinderbett zum Schlafen gelegt werden. Außerdem sollte das Kinderbett frei von jeglichen Kuscheltieren sowie Decken und Kissen gehalten werden, um Erstickungsgefahr auszuschließen.

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