Studie bestätigt: Akupunktur hilft gegen Hitzewallung in der Menopause

Alternativmedizin statt Chemiekeule: Eine umfangreiche Studien-Auswertung hat nun belegt, dass Hitzewallungen in den Wechseljahren wirkungsvoll mit Akupunktur bekämpft werden können. In Deutschland leiden mehr als die Hälfte aller Frauen unter diesen unangenehmen Begleiterscheinungen. Eine Hormontherapie kommt für viele aber nicht infrage.

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Akupunktur hat offenbar Einfluss auf die Ausschüttung von Beta-Endorphinen im Gehirn. (Foto: Flickr/ Artsy acupuncture needle design on mom's back by ~ggvic~ CC BY 2.0)

Akupunktur hat offenbar Einfluss auf die Ausschüttung von Beta-Endorphinen im Gehirn. (Foto: Flickr/ Artsy acupuncture needle design on mom’s back by ~ggvic~ CC BY 2.0)

Feuchte Hände, durchnässte T-Shirts, unkontrollierte Wallungen: Frauen in den Wechseljahren kämpfen gleich mit einer ganzen Reihe von lästigen Begleiterscheiungen ihrer hormonellen Umstellung. Nicht immer ist die westliche Medizin ihre erste Wahl, um nachhaltig dagegen vorzugehen. Ihr Vertrauen auf Alternativen wurde jetzt wissenschaftlich bestätigt: Akupunktur trägt wesentlich zur Linderung der Beschwerden bei.

In China analysierten Wissenschaftler um Hsiao-Yean Chiu die Datensätze von zwölf verschiedenen Studien. Insgesamt wurden hierfür 869 Frauen in den Wechseljahren zwischen 40 und 60 Jahren untersucht. Allesamt erhielten sie über einen Zeitraum von drei Monaten unterschiedlichste Formen der Akupunktur. Angefangen bei der traditionellen chinesischen Akupunktur, über Akupressur und Elektro-Akupunktur bis hin zur Laser- oder Ohr-Akupunktur. Eine Kontrollgruppe wurde nicht behandelt.

Das Ergebnis: Durch die verschiedenen Akupunkturformen gelang es, die Häufigkeit der Hitzewallungen um gut 30 Prozent und die Schwere der Beschwerden sogar um rund 44 Prozent zu reduzieren, berichtet Medical News Today. Interessant zudem: Die Akupunktur-Variante hatte auf die Resultate keinen Einfluss. Allerdings wurden die Frauen durch die Behandlung nicht von weiteren Begleitbeschwerden wie Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen befreit.

Bislang ist noch nicht abschließend geklärt, warum die Nadel-Therapie derart positiv bei dieser Art von Beschwerden wirkt. Derzeit wird vermutet, dass die Akupunktur einen Einfluss auf die Ausschüttung von Beta-Endorphinen im Gehirn hat. Diese sind auch für die Thermoregulation des Körpers verantwortlich. Das Team um Chiu glaubt, dass die Behandlung die Konzentration dieses Botenstoffs reduzieren könnte.

Beachtet wurden die Ergebnisse bereits in den USA. Dort leiden gut 85 Prozent der Frauen an derlei Menopausen-Beschwerden. Mehr als 50 Prozent kämpfen gleich über mehrere Jahre damit. „Die Auswertung zeigt, dass Akupunktur eine wirksame Alternative zur Verringerung der Hitzewallungen vor allem für jene Frauen ist, die nicht-pharmakologische Therapien bevorzugen“, zitiert Science Daily Dr. Margery Gass, Geschäftsführerin der North American Menopause Society (NAMS).

Zuträglich ist aber offenbar nicht nur fernöstliche Medizin, auch die Ernährung kann ihren Beitrag leisten. Einige Damen schwören auf Kräutertees, Nüsse und Gemüse, wie Brokkoli und Blumenkohl, das den Kaliumspiegel steigen lässt. Empfehlenswert ist zudem die Vermeidung von Alkohol und Koffein, da diese Genussmittel die Intensität und die Dauer der Hitzewallungen erhöhen können.

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