Gesunde Ernährung: Restaurant genauso schlecht wie Imbissbude

US-Wissenschaftler räumen jetzt mit einem fatalen Trugschluss auf. Wer zum Essen in ein Restaurant geht, ernährt sich nicht zwangsläufig gesünder als Fast-Food-Fans. In ihrer großangelegten Studie wiesen sie nach, dass in beiden Fällen die Kalorienzufuhr deutlich höher als bei Mahlzeiten zuhause ist. Für die Forscher ergibt sich daraus nur ein Schluss: Die Menschen müssen lernen, auch auswärts gesündere Entscheidungen zu treffen.

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Ein Essen außerhalb geht im Schnitt mit 200 zusätzlichen Kalorien einher. (Foto: Flickr/ Bonfini Restaurant by bloomsburys CC BY 2.0)

Ein Essen außerhalb geht im Schnitt mit 200 zusätzlichen Kalorien einher. (Foto: Flickr/ Bonfini Restaurant by bloomsburys CC BY 2.0)

Im hektischen Alltag auf eine gesunde Ernährung zu achten und entsprechend zu kochen, ist nicht einfach. Wider besseren Wissens wird häufig auf Fast Food zurückgegriffen. Doch selbst, wer sich für eine vermeintlich gesündere Alternative entscheidet und ins Restaurant geht, ist offenbar auf dem Holzweg. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie mit fast 13.000 Teilnehmern.

Die kürzlich auf Cambrigde Journals im Bereich Public Health Nutrition erschienene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass sowohl der Verzehr in einer Fast-Food-Einrichtung als auch im Restaurant zu einem „signifikanten Anstieg der Energie, von Zucker, gesättigter Fettsäuren und Na [Salz] führt“.

Insgesamt wurden die Daten von 12.528 Erwachsenen zwischen 20 und 64 Jahren erhoben. Befragt wurden die Probanden zu ihren Ernährungsgewohnheiten an zwei unterschiedlichen Tagen. Binh Nguyen von der American Cancer Society und Lisa Powell von der Chicago University fanden heraus, dass 30 Prozent der Studienteilnehmer an beiden Tagen in Fast-Food-Einrichtungen aßen. 28 Prozent wiederum besuchten an einem der beiden Tage ein Restaurant. 20 Prozent bevorzugten ein solches beide Male. Die übrigen Personen aßen zuhause. Sowohl jene, die Fast Food zu sich nahmen als auch diejenigen, die im Restaurant speisten, nahmen pro Tag durchschnittlich 200 Kalorien mehr auf, als diejenigen, die selbst kochten. Diese zusätzlichen Kalorien machten bis zu zehn Prozent ihrer täglichen Gesamtaufnahme aus.

In einigen Fällen war der Restaurantbesuch sogar noch ungesünder, als die Fast-Food-Variante, so die Forscher. Sie schätzen, dass die Restaurantbesuche zu einer um 20 Prozent gesteigerten, täglichen Natriumaufnahme führten. Beim Fast Food seien es hingegen nur 13 Prozent.

Obendrein taten die Leute offenbar nichts, um die Aufnahme zusätzlicher Kalorien zu kompensieren. „An den Tagen, an denen die Leute Fast Food konsumierten und im Restaurant aßen, reduzierten sie ihren Kalorienverbrauch in anderen Bereichen ihrer Ernährung nicht“, zitiert CNN, Co-Autor Binh Nguyen.

Einen direkten Zusammenhang zu Übergewicht oder gar Fettleibigkeit stellten die Autoren in ihrer Studie zwar nicht her (mehr hier). Dennoch spricht Nguyen Empfehlungen aus, wie die Ernährung außerhalb der eigenen Vier Wände einigermaßen gesund ablaufen könnte. Er rät, halbe Portionen zu bestellen und Soße oder Dressing getrennt servieren zu lassen. Dazu sollte Wasser anstelle von süßen Limonaden getrunken werden. Generell sollte der Besuch eines Restaurants oder Fast-Food-Ladens eher die Ausnahme als die Regel bleiben.

Übertragen lassen sich die Empfehlungen auch auf Deutschland. Gemäß der DEGS-Studie des Robert-Koch-Instituts der Jahre 2008 bis 2011 sind ganze 67,1 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig. Mit einem BMI über 30 sind 23,3 Prozent der Männer und 23,9 Prozent der Frauen sogar adipös. 1998 sah das noch völlig anders aus: Damals lag der Anteil bei Männern bei rund 19 Prozent, der bei Frauen bei 22,5 Prozent.  Die größte Zunahme an Fettleibigkeit zeigte jedoch die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen. Gemäß der KiGGS-Studie ist bereits jedes siebte Kind hierzulande übergewichtig. Auf der anderen Seite zeigen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion übergewichtiger Kinder und Jugendlicher bislang nur begrenzt Wirkung. Dies zeigt eine Langzeitstudie im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (mehr hier).

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