Bionische Netzhaut soll Sehvermögen wieder herstellen

Ein israelisches Biotech-Unternehmen will Sehbehinderten zu mehr Lebensqualität verhelfen. Die Fachleute haben eine bionische Netzhaut in Nanogröße entwickelt, die das Sehen zumindest teilweise wieder ermöglicht. Noch befindet sich die neue Netzhautprothese jedoch in der Testphase.

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Mit einer nur 30-minütigen Operation will Rainbow Medical das Sehvermögen der Patienten künftig nachhaltig verbessern. Nur so lange dauert es, um die vom Unternehmen entwickelte bionische Netzhaut zu implantieren. Bisher wurden Tests allerdings nur an Tieren durchgeführt, Kontakt mit Krankenhäusern wurde aber bereits aufgenommen.

Das in Tel Aviv ansässige Unternehmen will mit seiner winzigen, bionischen Netzhaut Menschen helfen, die ihr Augenlicht durch eine degenerative Netzhauterkrankung verloren haben. Derzeit wird noch an Prototypen im Labor geforscht. Die künstliche Netzhaut wird in den Augapfel transplantiert. Das Prozedere gleicht dem einer Grauen Star-OP.

Der implantierte Chip ist im Grunde ein kleiner Computer und verfügt über die gesamte Funktionalität der Netzhaut. Er ist in Glas eingekapselt und vollständig biokompatibel. Er übersetzt Licht in Nervenreize und sendet diese Informationen an das Gehirn. Um den Mikrochip aufzuladen, benötigt der Patient eine spezielle Brille, ähnlich wie Google Glass. Das Gerät ist jedoch sehr genügsam. Dem Unternehmen zufolge verbraucht es nur etwa ein Zehntel von dem, was ein Mobiltelefon im Standby benötigt. Die Energieversorgung erfolgt über eine Photovoltaikzelle auf dem Sensor. Diese wird mittels der Spezial-Brille durch die Iris hindurch mit einem Infrarotlaser angestrahlt.

Noch ist das jedoch Zukunftsmusik. Denn wie die Zeitung Corriere berichtet, soll das Produkt nicht vor 2017 auf den Markt kommen. Erste Kontakte, etwa nach Italien, soll es aber bereits geben.

Im Augenblick testen die Forscher ihre Entwicklung an Schweinen. Bisher ist es ihnen noch nicht gelungen, die verlorene Sehkraft vollständig wiederherzustellen. Doch Formen und Umrisse von Objekten in der direkten Umgebung sollen bereits wieder sichtbar sein. ,„Um es deutlich zu machen, die Benutzer unserer Nano-Netzhaut können nicht Autofahren, aber sie werden in der Lage sein, sich selbstständig um das Haus herum zu bewegen“, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Für ihre Entwicklung sehen die Forscher ein immenses Potential. Sie schätzen, das gut sechs Millionen Menschen weltweit von ihr profitieren könnten.

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