Lebende Roboter: Forscher wollen Motten aus der Ferne kontrollieren

US-Forscher sind gerade dabei eine Methode zu entwickeln, um den Flug von Motten elektronisch steuern zu können. Die Tiere werden hierzu mit Elektroden ausgestattet und fungieren als lebende Roboter. Denkbar ist ihr zukünftiger Einsatz vor allem bei weitreichenden Such- und Rettungseinsätzen in Katastrophensituationen.

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Die Wissenschaftler der North Carolina State University können sich mit winzigen Elektroden in den Flug der Motten einschalten und so mehr über ihren Bewegungsapparat lernen. Indem sie die elektromyographischen Signale überwachen, mit denen die Tiere ihre Flugmuskeln lenken, erfahren sie mehr über deren Navigation in der Luft und können so künftige Rettungsstrategien in Krisensituationen mit so genannten BioBots entwickeln.

Wir wollen wissen, ob wir die Bewegung von Motten zum Beispiel für den Einsatz von Such- und Rettungsmaßnahmen kontrollieren können“, zitiert das Wissenschaftsblatt Factor Tech den Co-Autor der Studie, Dr. Alper Bozkurt. Der Assistenzprofessor für Elektrotechnik und Informatik erklärt: „Die Idee besteht darin, Elektroden an den Motten anzubringen, um ein flexibles Luftsensornetzwerk zu schaffen, das Überlebende findet oder eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit im Zuge einer Katastrophe identifiziert.“

Das Anbringen der Elektroden erfolge bereits im Puppenstadium, wenn sich die Motte in einem Kokon befindet und kurz vor dem Schlüpfen ist, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Mittels eines kleinen chirurgischen Eingriffs werden diese am Rücken des Tieres befestigt. Danach beginnt die Beobachtungsphase. Um die Motten effektiv im Falle X zu steuern, müssen die Wissenschaftler genau wissen, wie das Tier während des Fluges mit seinen Flügeln agiert. Um diese Bewegungen genau aufzuzeichnen, haben die Forscher eine schwebende Wireless-Plattform installiert, die die Motte während ihres Fluges begleitet und ihre Flugdaten aufzeichnet. Auf diese Weise, so die Hoffnung, könnte ein Steuerungssystem für die Motten entwickelt werden.

Die nächsten Schritte stehen jedenfalls schon fest: Die Forscher wollen nun ein automatisiertes System entwickeln, um die Parameter für die Mottenflug-Steuerung, die weitere Miniaturisierung der Technologie und deren Erprobung bei frei fliegenden Motten zu erkunden.

Erst vor kurzem ist Forschern an der renommierten Harvard University das bislang größte Schwarm-Experiment mit Robotern weltweit gelungen. Die Wissenschaftler brachten insgesamt 1024 Mini-Roborter dazu, sich ohne äußeres Zutun in verschiedenen Formationen anzuordnen. Anwendung finden könnte auch diese Technologie bei Naturkatastrophen (mehr hier).

Mini-Roboter können hingegen schon jetzt nach der Injektion in den menschlichen Körper durch die Blutbahn transportiert werden und Medizin-Equipment im Körper erstellen. Die Einzelteile werden von den Greifarmen der Roboter zusammengebaut. Die Steuerung erfolgt durch ein äußerliches Magnetfeld (mehr hier).

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