Auswählen, schlachten, essen: Amerikaner protestieren gegen geplanten „live meat market“

Tierschützer in den USA stemmen sich im Internet gegen einen vorgeschlagenen Fleischmarkt mit lebenden Tieren. Kunden sollen ihre Lebensmittel dort selbst aussuchen und in ihrem Beisein schlachten lassen können. Mit Hilfe einer Online-Petition versuchen sie die ihrer Meinung nach „barbarische Praxis“ zu verhindern. An Transparenz und bewussten Konsum denken sie dabei aber nicht.

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US-Tierschützer würden den Weg vom Stall bis auf den Teller am liebsten ausblenden. Bewusster Konsum sieht jedoch anders aus. (Foto: Flickr/ Cow, Gibside, Tyne and Wear by Orangeaurochs by CC BY 2.0)

US-Tierschützer würden den Weg vom Stall bis auf den Teller am liebsten ausblenden. Bewusster Konsum sieht jedoch anders aus. (Foto: Flickr/ Cow, Gibside, Tyne and Wear by Orangeaurochs by CC BY 2.0)

Die Tierschützer versuchen bereits seit einigen Wochen im Internet Stimmen gegen einen so genannten „live meat market“ in Omaha, Nebraska, zu sammeln. Mittlerweile schließen sich ihnen rund 91.000 User an. Das Thema sorgt für ordentlich Diskussionsstoff. Während die einen absolut gegen die Praxis des eigenverantwortlichen Aussuchens sind und es ablehnen, bei der Tötung zuzusehen, glauben die anderen, dass genau dieses Vorgehen noch mehr Menschen die Augen für einen bewussten Konsum öffnen könnte.

Mit ihrer Online-Petition wollen die Tierschützer die Stadtväter der gut 400.000-Einwohner-Gemeinde davon abbringen, einen vorgeschlagenen Live-Fleischmarkt zu genehmigen. Die Vorstellung, dass Kunden die Tiere aussuchen und dann bei deren Schlachtung zusehen, sei für sie ein „schrecklicher Gedanke“. Selbst wenn man kein Veganer sei, würden die meisten Menschen nicht sehen wollen, wie ein Tier für ihren Verzehr getötet werde. Für sie ist deshalb klar: Wir müssen diese barbarische Praxis stoppen!“

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Geschäftsmann Tom Meyer. Dieser werbe nach Angaben der Petitions-Initiatoren damit, dass man auf seinem „live meat market“ seine Lebensmittel tatsächlich betrachten und auswählen könnte. Die meisten Tiere stammten ihm zufolge von Betrieben aus der direkten Umgebung. Auf seiner Seite habe er auch die hiesige Politik. Sein Vorschlag sei bereits mit 5:1 angenommen worden. Einer der Ratsherren hätte argumentiert, dass genau das täglich in den landwirtschaftlichen Betrieben ablaufe. Ein anderer bezifferte die Schlachtaktivitäten allein seines Bezirks auf 4.000 bis 6.000 Stück Vieh pro Tag.

Die meisten Tierfreunde, so heißt es in der Petition, fühlten jedoch ganz anders. Für sie käme das dem Töten eines Haustieres gleich. Am 19. August bringt die Initiatorin die derzeitige Debatte auf den Punkt: „Ich bekomme ständig Nachrichten von Menschen, die dafür sind, dass man sieht, wie die Tiere getötet werden, vor allem von diejenigen, die vegan sind. Ich denke, es kann so oder so gehen; Wenn wir sehen, wie sie gefoltert werden, werden wir vielleicht kein Fleisch mehr essen. Aber auf der anderen Seite empfinde ich es als unmenschlich, Tiere vor Publikum zu töten.

Transparenter Konsum von Fleisch – mit diesem Ansinnen sorgte bereits vor einigen Jahren die bekannte österreichische Köchin Sarah Wiener für Aufsehen. 2009 hatte die Star-Köchin in ihrer TV-Sendung „Sarah Wiener und die Küchenkinder“ die Kleinen beim Schlachten von Kaninchen helfen lassen. Die Kids zwischen zwölf und 15 Jahren beobachteten die Betäubung per Elektroschock und den Schnitt durch die Kehle. Beim Häuten und Ausnehmen waren sie dann aktiv beteiligt. Einige hätten danach „verstört gewirkt, auch Tränen seien geflossen“, berichtete damals die Augsburger Allgemeine.

Sarah Wiener verteidigte darauf hin ihr Vorgehen: „Einige Kinder wollten unbedingt eine Schlachtung miterleben und wir haben ihnen das ermöglicht. Jemand, der Fleisch isst, sollte wissen, dass Fleisch nicht auf dem Baum wächst. Hinter jedem Schnitzel steht ein Tier, das gelebt hat.“ Außerdem habe es vorbereitende Gespräche gegeben. Der Eindruck einer Traumatisierung der Kinder sei bei ihr jedenfalls nicht entstanden, ganz im Gegenteil. Vielmehr habe man ein Bewusstsein dafür schaffen wollen, „pfleglich und mit Respekt mit unseren Lebensmitteln umzugehen“.


Star-Köchin lässt Kinder Kaninchen häuten – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Star-Koechin-laesst-Kinder-Kaninchen-haeuten-id5634896.html

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Star-Köchin lässt Kinder Kaninchen häuten – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Star-Koechin-laesst-Kinder-Kaninchen-haeuten-id5634896.html Kinder beim Schlachten von Kaninchen helfen lassen.

Zudem lieferte die damals 46-Jährige ein weiteres, starkes Argument, das auch auf den aktuellen Fall in Omaha Anwendung finden könnte: „Wir leben heute in einer Welt, die sich stark von natürlichen Vorgängen und Erfahrungen abgewendet hat. Das Schlachten von Nutztieren verschwindet nicht aus der Welt, wenn wir die Tatsache der Schlachtung ignorieren.


Star-Köchin lässt Kinder Kaninchen häuten – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Star-Koechin-laesst-Kinder-Kaninchen-haeuten-id5634896.html

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