Elektronische DNA-Analyse identifiziert jeden Online-Nutzer

Die so genannte EDNA von Online-Nutzern kann eine Person nicht nur identifizieren. Sie kann auch nachweisen, wenn Alkohol oder Drogen konsumiert wurden. Das physikalische Verhalten könnte somit ein sicherer Weg sein, Menschen im Internet zu demaskieren. Es könnte aber auch eine Möglichkeit sein, sich sicher einloggen zu können.

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EDNA könnte zum sicheren Schutz beim Anmelden per Smartphone und PC in Online-Systeme verwendet werden. (Foto: Flickr/ iPhone with scotch tape by yuichirock CC BY 2.0)

EDNA könnte zum sicheren Schutz beim Anmelden per Smartphone und PC in Online-Systeme verwendet werden. (Foto: Flickr/ iPhone with scotch tape by yuichirock CC BY 2.0)

Gewohnheiten sagen viel über die Identität einer Person aus. Das gilt offenbar auch für das Gebaren Internet. Eine Studie der Oxford University hat nun festgestellt, dass jeder User einzigartige Verhaltensmuster bei Online-Besuchen hinterlässt. Das betrifft sowohl die Geschwindigkeit als auch die Art, mit der eine Computermaus oder ein Smartphone bedient werden.

Den Forschern zufolge definieren über 500 individuelle Verhaltensweisen eine Online-Identität. Treten Änderungen in der Folge von physikalischen Verhaltensweisen auf, können sie ein Indiz etwa für drohende Gefahren oder Krankheiten sein.

„Die Elektronische DNA (Elektronisch Definiertes Natürliches Attribut) ermöglicht es uns, wesentlich mehr Informationen über Sie zu erhalten“, sagt EDNA-Entwickler Adrian Neal dem Guardian. „Wie bei der DNA ist es hier fast unmöglich zu tricksen, da es sehr schwer ist, online zu gehen und nicht man selbst zu sein. Es ist ein großer Sprung in der Informationsmenge, die von einer Person gesammelt werden kann, ein Sprung von Fingerabdrücken zur DNA.“

„Es ist leicht, mit dieser Technologie zu sagen, wenn jemand Drogen genommen hat. Aber es würde uns in eine schwierige Situation bringen, wenn wir es täten. Also ist es am besten, wenn wir das nicht tun. Wir wollen einfach nur die Daten sammeln, um sicherzustellen, dass Person X auch Person X ist“, so Neal.

EDNA kann auch erkennen, ob ein Klick auf eine Anzeige oder auf einer Website von einem automatisierten Programm oder von einer Person stammt. „Wir können Unternehmen wie Google und Facebook damit zur Verantwortung ziehen und sie wissen, dass diese Technologie kommen wird“, so David Scheckel Präsident von Oxford BioChronometrics.

Untersuchungen zeigen, dass 90 bis 92 Prozent der Klicks auf Anzeigen und 95 Prozent der Login-Anmeldungen tatsächlich auf Computerprogramme zurückzuführen sind. Das erste Forschungsprodukt versucht das mit der Software „NoMoreCaptchas“ zu verhindern. Damit sollen solche Registrierungen und Anmeldungen gestoppt werden.

Die Überwachung von Unternehmen und Regierungen bietet keinen ausreichenden Schutz vor weiteren Anwendungsmöglichkeiten der Privatdaten. Der Widerstand von Online-Nutzern könnte aber Internet-Dienste dazu zwingen, die Nutzerdaten so zu verschlüsseln, so dass es in Zukunft keinen weiteren Zugang mehr gibt (mehr hier).

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