Pentagon setzt auf Gehirnimplantat bei Gedächtnisverlust

Die US-Regierung will ehemaligen Soldaten helfen, ihr Gedächtnis zu reaktivieren. 40 Millionen US-Dollar investiert das Pentagon in die Entwicklung eines Gehirnimplantats, das die Erinnerung wiederherstellen soll. Die technologische und wissenschaftliche Studie könnte unzähligen Patienten den Alltag erleichtern.

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Forscher wollen neurologische Signale entschlüsseln, um Patienten, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben, die Erinnerung wiederzugeben. (Foto: Flickr/ Brain Explosion by darkday CC BY 2.0)

Forscher wollen neurologische Signale entschlüsseln, um Patienten, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben, die Erinnerung wiederzugeben. (Foto: Flickr/ Brain Explosion by darkday CC BY 2.0)

Die Forschungsabteilung des Pentagon sucht nach einer Hardware, die die Erinnerung nach einem Gedächtnisverlust wiederherstellen kann. Viele Soldaten, die im Irak und Afghanistan eingesetzt waren, leiden unter Gehirnverletzungen. Diese führen im Alltag zu starken Beeinträchtigungen. Das drahtlose Implantat für Patienten mit Hirnschäden und Funktionsstörungen soll Gedächtnislücken durch Brücken schließen und so Erinnerungen reaktiveren können.

Die Defense Advanced Research Projects Agency will das Projekt mit 40 Millionen US-Dollar unterstützen. Dabei steht ein völlig neuer Ansatz im Fokus. Im Vergleich zu den bisherigen Behandlungsmethoden mit Medikamenten und Psychotherapien, sollen hier neurologische Signale, die für die Erinnerung verantwortlich sind, entschlüsselt werden. Das Decodierungsprogramm wird dann in ein Gehirnimplantat eingebaut.

„Wir brauchen eine neue Hardware, neue Geräte, die mit dem Gehirn verbunden werden können, und wir müssen neue Rechenmodelle entwickeln, die es den Medizinern erlauben, mit dem Gehirn zu kommunizieren“, sagt Justin Sanchez, Manager des Restoring Active Memory Programms der Online-Tageszeitung USA Today.

Ein Schädel-Hirn-Trauma vermindert häufig die Fähigkeit, Erinnerungen abzurufen. Ebenfalls reduziert wird das Vermögen, neue Erinnerungen zu bilden. Das Schädel-Hirn-Trauma gehört in den Vereinigten Staaten zu den bedeutsamsten Beeinträchtigungen. Seit dem Jahr 2000 wurde es bei mehr als 270.000 ehemaligen Soldaten diagnostiziert. Die Folgen betreffen jährlich schätzungsweise 1,7 Millionen US-Zivilisten. „Man kann sich vorstellen, dass eine Person mit solchen Verletzungen Aufgaben des Alltags nicht bewältigen kann“, so Sanchez.

Forscher müssen enorme technologische und wissenschaftliche Herausforderungen überwinden, damit es Ärzten künftig möglich werden kann mit neurologischen Signalen Erinnerungen zu erkennen, zu interpretieren und mit ihnen zu interagieren. Der erste Schritt ist es, das deklarative Gedächtnis zu studieren. Das deklarative Gedächtnis speichert personenbezogene Fakten und Ereignisse. Diese schließen aber auch berufliche Kenntnisse sowie Allgemeinwissen mit ein.

Der nächste Schritt ist, die Codierung von Erinnerungen zu entschlüsseln, um schließlich die Erinnerungen durch eine Hardware im Gehirn wiederherstellen zu können. So könnten die Signale, die für die Erinnerung verantwortlich sind, entsprechend nachgebaut und imitiert werden.

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