Aus für die Grippe-Impfung? Forscher setzen auf Einmal-Injektion

Ärzte könnten schon bald über eine neue „Waffe“ zur Bekämpfung der Grippe verfügen. US-Forscher haben offenbar ein Mittel ausfindig gemacht, das schon mit einer einzigen Dosis die Grippesymptome sicher und effektiv lindern kann. Eine regelmäßige Grippe-Impfung wäre dann wohl nicht mehr nötig.

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Das experimentelle Arzneimittel kam schon im Rahmen der Schweinegrippe zum Einsatz. (Foto: Flickr/ Epidemia de Pánico by Eneas De Troya CC BY 2.0)

Das experimentelle Arzneimittel kam schon im Rahmen der Schweinegrippe zum Einsatz. (Foto: Flickr/ Epidemia de Pánico by Eneas De Troya CC BY 2.0)

Ein neues Medikament könnte die jährliche Grippe-Impfung künftig ablösen. US-Forscher sind im Zuge erster klinischer Studien offenbar auf dem besten Weg, die lästige Erkrankung schnell und effektiv aus dem Weg zu räumen. Eine Notfall-Zulassung gab es bereits.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für die US-Forscher in der einzelnen Injektion des Neuraminidase-Hemmers (NAI) Peramivir. Dieser  wirkt virostatisch, indem es die virale Neuraminidase hemmt. Werde dieser experimentelle Arzneistoff binnen 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome verabreicht, sei er nach Angaben der Wissenschaftler ein wirksamer Weg, Grippesymptome wie Fieber und Co. auszuschalten.

Basierend auf den klinischen Daten, ist Peramivir der erste Neuraminidase-Hemmer (NAI), der sich für Patienten mit akuter, unkomplizierter Influenza als sichere und wirksame Einzeldosis-Therapie erwiesen hat“, zitiert das Nachrichtenportal IBN Live Studienleiter Rich Whitley von der Universität von Alabama in Birmingham. Laut einer retrospektiven Auswertung von zwei klinischen Studien, habe eine Einzeldosis von Peramivir, die intramuskulär verabreicht wurde, die Grippe-Symptome einschließlich Fieber deutlich schneller gelindert als bei der Placebogruppe, so Whitley.

Die beiden Studien umfassten insgesamt 427 Erwachsene. Den Probanden wurde innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der Grippe-ähnlichen Symptome eine Injektion Peramivier verabreicht. Die Studienteilnehmer wurden angewiesen, ihre Temperatur zu dokumentieren sowie den Schweregrad ihrer Symptome auf einer Punkteskala für 14 Tage aufzuzeichnen. Das Medikament hat sich dabei als gut verträglich erwiesen und reduzierte die Symptome der damit behandelten Patienten deutlich. Im Vergleich zur Placebogruppe reduzierte sich die Zeit bis zum Abklingen der Beschwerden um 22 Stunden und die des Fiebers um 24 Stunden, so Science Daily. Auch die Virusausscheidung bei den Patienten klang schneller ab.

Erfahrungen mit Peramivier gibt es übrigens bereits. So gab es nach Angaben des Ärzteblattes schon 2009 eine Notfallzulassung in den USA im Zusammenhang mit der Schweinegrippe. Wie News Medical berichtet, wird das Medikament zudem schon seit 2010 in Japan und Korea eingesetzt. Seit der Zulassung sollen es geschätzte eine Million Menschen erhalten haben. Bis heute seien mehr als 2.700 Patienten mit Peramivir in 27 klinischen Studien behandelt worden.

Um Krankheiten zu vermeiden, sollten sich Menschen künftig übrigens nicht mehr die Hand geben. Stattdessen empfehlen britische Forscher sich die Gepflogenheiten junger Leuten anzueignen und sich mit der Faust zu begrüßen. Der Grund: Auf diese Weise lässt sich die Übertragung von Bakterien und Viren um bis zu 90 Prozent senken (mehr hier).

Werdende Mütter, die in der Schwangerschaft länger als eine Woche an Grippe oder Fieber leiden, haben ein größeres Risiko, ein autistisches Kind zu bekommen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von dänischen Forschern. Sie kamen außerdem zu dem Schluss, dass auch die Einnahme von Antibiotika das Autismis-Risiko erhöht (mehr hier).

Impfstoffe können bei der Verhinderung von Influenza durchaus wirksam sein. Aber wechselnde Virusstämme machen die Entwicklung von Impfstoff zu einer echten Herausforderung.

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