Zu langes Sitzen: Schon fünf Minuten Laufen hebt negative Effekte auf

Laut einer aktuellen Studie der Indiana University könnte die schädliche Wirkung von langem Sitzen im Büro durch eine einfache Verhaltensänderung umgekehrt werden. Alles, was dafür zu tun sei, wäre eine Arbeitsunterbrechung von fünf Minuten pro Stunde. Schon diese kurzen Aktivitäten reichten aus, um das Blut in Wallung zu bringen.

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Schon kurzzeitige Bewegung kurbelt den Blutfluss in den Beinen nachhaltig an. (Foto: Flickr/ walk like a japanese by Magdalena Roeseler CC BY 2.0)

Schon kurzzeitige Bewegung kurbelt den Blutfluss in den Beinen nachhaltig an. (Foto: Flickr/ walk like a japanese by Magdalena Roeseler CC BY 2.0)

Die neue Faustregel der US-Forscher lautet: Pro einer Stunde im Bürostuhl gilt es, sich fünf Minuten die Beine zu vertreten. Der Grund liegt für sie auf der Hand: Schon eine Stunde Sitzen kann den Blutfluss um bis zu 50 Prozent beeinträchtigen. Die Folgen sind gravierend. Sie reichen von höheren Cholesterinwerten und Herzkrankheiten, über schlechte Blutzirkulation in den Beinen bis hin zu Gelenkschmerzen. Um diese fatalen Wirkzusammenhänge aufzubrechen und den Blutfluss wieder anzukurbeln, empfehlen sie die nur wenige Minuten dauernde Unterbrechung, ganz gleich ob Laufband oder freie Natur. Auch die Geschwindigkeit spielt nach Ansicht der Wissenschaftler keine Rolle.

„Wenn man sitzt, können die schlaffen Muskeln das Blut nicht effektiv zum Herzen pumpen. Dieses kann sich dann in den Beinen stauen und so die endotheliale Funktion der Arterien beeinträchtigen oder sich auf die Fähigkeit der Blutgefäße, sich durch einen erhöhten Blutfluss zu erweitern, auswirken“, heißt es hierzu in einer Mitteilung der Universität. Mit der Studie sei nun der erste experimentelle Nachweis dieser Effekte gelungen, so Studienleiter Saurabh Thosar.

Wie sein Team nun herausgefunden hat, könnten bereits kurze Unterbrechungen die negativen Folgen des Sitzens sogar rückgängig machen. Nachweisen konnten sie das für einen Zeitraum von drei Stunden. Diejenigen Studienteilnehmer, die in dieser Zeit für fünf Minuten je Stunde gingen, hatten während der gesamten Versuchsdauer eine gleichbleibende arterielle Funktion. Thosar zufolge hänge das wahrscheinlich mit der Erhöhung der Muskelaktivität und des Blutflusses zusammen.

Insgesamt untersuchte der Forscher in seiner randomisierten Studie elf nicht übergewichtige Männer zwischen 20 und 35 Jahren. Zunächst saß die Gruppe über drei Stunden hinweg ohne sich zu bewegen. Via Blutdruckmanschette und Ultraschall wurde die Funktionalität der Oberschenkelarterie stundenweise überprüft. Dann erfolgte ein zweiter Durchgang mit Aufstehen.

Erst vor kurzem hatte eine Langzeit-Studie aus den USA ebenfalls die durchschlagenden Erfolge kurzzeitiger Bewegung hervorgehoben. Schon fünf bis zehn Minuten Joggen am Tag reichen den Wissenschaftlern zufolge aus, um das Risiko an einer Herzerkrankung zu sterben, deutlich zu reduzieren. Auch das Tempo spielt keine Rolle (mehr hier).

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