Gehirnwellen steuern Google Glass

Ein britisches Startup hat Google Glass gehackt und steuert die Hightech-Brille mit seiner App. Diese liest mit Hilfe eines Elektromessgeräts die Gehirnwellen des Brillenträgers. So können Fotos mit Kraft der Gedanken geschossen und auf sozialen Netzwerken geteilt werden. Google ist von der App wenig angetan.

Ihren XING-Kontakten zeigen
In Kombination mit dem Kopfmessgerät kann der MindRDR, Google Glass durch Gedankenkraft steuern. (Foto: Flickr/ Google Glass © Rijans007/Wikimedia Commons by Royal Opera House Covent Garden CC BY 2.0)

In Kombination mit dem Kopfmessgerät kann der MindRDR, Google Glass durch Gedankenkraft steuern. (Foto: Flickr/ Google Glass © Rijans007/Wikimedia Commons by Royal Opera House Covent Garden CC BY 2.0)

Die App „MindRDR“ des britischen Startups In Place steuert Google Glass mit bloßen Gedanken. Dazu muss man lediglich ein Elektromessgerät aufsetzen und schon kann der „Gedankenleser“ bestimmte Funktionen der Brille auslösen. Die Software kommuniziert also zwischen beiden Geräten.

Das Elektromessgerät zeichnet elektrische Aktivitäten des Gehirns durch Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche auf. Wenn der Nutzer sich konzentriert, gibt eine Messlinie diese Aktivität der Gehirnwellenstärke visuell wieder. Wird ein bestimmter Konzentrationslevel überschritten, wird so eine Google-Glass-Funktion ausgelöst. Dabei unterscheidet das Messgerät zwischen vier Arten von Gehirnaktivitäten. So kann beispielsweise ein Foto geschossen werden und nach dem gleichen Prinzip auf einem sozialen Netzwerk geteilt werden.

Das Startup war gleich von Google Glass begeistert und hat die Technologie der Datenbrille gehackt. Der BBC zufolge geschah dies ohne das Wissen noch das Einverständnis von Google. Für den Geschäftsführer des Jungunternehmens ist die Software nur der Beginn einer Welt, die in Zukunft komplett von Gedanken gesteuert werden könnte.

„Heute arbeiten wir lediglich mit einer Hardware, die vier verschiedene Funktionen unseres Gehirns lesen kann. Aber in den nächsten Jahren, wenn sich die Telekinese weiter entwickelt, werden wir in der Lage sein alle 18 Gedankenfunktionen, die wir aus der Hirnkartierung kennen, zu nutzen. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der man durch Inhalte mit digitalen Geräten interagieren kann. Das ist die Welt, die wir aufbauen“, s0 Dusan Hamlin Geschäftsführer von In Place.

So könnte der Gedankenleser den Gesundheitssektor revolutionieren. Menschen, die unter Multipler Sklerose oder dem Locked-in-Syndrom leiden, bei dem der menschliche Körper fast vollständig gelähmt ist, wäre mit einem weiterentwickelten Gedankenleser ein Kommunikationsweg geboten.

MindRDR ist öffentlich und frei zugänglich. Die neue Technologie stellt aber, wie schon Googles Hightech-Brille zuvor, Persönlichkeitsrechte in Frage. So könnte ein Nutzer, mit bloßen Gedanken, den Entschluss fällen ein Foto von einer fremden Person zu machen und dieses online veröffentlichen, ohne die Zustimmung geschweige denn das Wissen des Abgebildeten.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*