Blutgruppe AB und Gedächtnisverlust

US-Forscher haben offenbar eine Verbindung zwischen einer seltenen Blutgruppe und dem Gedächtnisverlust in fortschreitendem Alter ausmachen können. Ihnen zufolge leiden Menschen mit der Blutgruppe AB als Senioren häufiger an Gedächtnisverlust und Störungen der Hirnfunktion als jene mit anderen Blutgruppen. Ob es allerdings einen Zusammenhang mit Demenz gibt, muss noch erforscht werden.

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Menschen mit der Blutgruppe AB haben offenbar ein erhöhtes Risiko später unter Gedächtnisproblemen zu leiden. (Foto: Flickr/ 16 things about Missy by  missyleone CC BY 2.0)

Menschen mit der Blutgruppe AB haben offenbar ein erhöhtes Risiko später unter Gedächtnisproblemen zu leiden. (Foto: Flickr/ 16 things about Missy by missyleone CC BY 2.0)

Das Team um Dr. Mary Cushman von der University of Vermont College of Medicine in Burlington analysierte die medizinischen Daten von mehr als 30.000 US-Bürgern im Alter von 45 und älter. Ihre Studie baute auf früheren Untersuchungen auf, die belegen, dass die Blutgruppe auch die Herzgesundheit beeinflussen kann. Noch sind die Zusammenhänge allerdings rein statistischer Natur und bedürfen weiterer Studien.

Im Zuge ihrer Studie identifizierten die Wissenschaftler 495 Teilnehmer, die im Laufe von drei Jahren Denk- und Gedächtnisprobleme aufwiesen oder kognitive Beeinträchtigung entwickelt hatten. Jene verglich das Team mit 587 Patienten, die ohne kognitive Probleme war. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher nun in der Fachzeitschrift Neurology.

Den Forschern zufolge hatten sechs Prozent der Teilnehmer mit Störungen die Blutgruppe AB. Ihr Anteil lag damit höher als die vier Prozent, die sich auf die allgemeine Bevölkerung verteilen. Jene Probanden, die die seltene Blutgruppe AB besaßen, hatten zudem ein um 82 Prozent höheres Risiko, im Alter von ihrem Erinnerungsvermögen im Stich gelassen zu werden oder aber unter anderen Beeinträchtigungen ihrer mentalen Fähigkeiten zu leiden. Obendrein identifizierte das Team einen speziellen Blutgerinnungsfaktor. Für Menschen, die erhöhte Mengen des Proteins im Blut aufwiesen, ginge es ebenfalls in 24 Prozent aller Fälle schneller geistig bergab, so das Wissenschaftsblatt Spektrum. Jene mit AB hatten Cushman zufolge eine besonders hohe Konzentrationen im Blut.

Die Studie unterstützt die Idee, dass mit einer bestimmten Blutgruppe, wie etwa Null, ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheit einhergehe, was wiederum das Gehirn schütze, berichtet die BBC.

Unsere Studie befasst sich mit Blutgruppen und dem Risiko von kognitiven Beeinträchtigungen. Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass Faktoren wie Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel und Diabetes das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und Demenz erhöhen. Durch unsere Forschungsergebnisse wird der Zusammenhang zwischen vaskulären Problemen und der Gesundheit des Gehirns deutlicher“, zitiert das Blatt Dr. Cushman. Die Blutgruppe hänge ihr zufolge auch mit andere Gefäßerkrankungen wie etwa Schlaganfällen zusammen. Allerdings seien nun noch weitere Forschungen nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen.

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