Auch E-Zigaretten machen abhängig

Eine aktuelle Studie stellt E-Zigaretten als probates Mittel zur Rauchentwöhnung bei Krebspatienten infrage. Sie helfen den Kranken offenbar ganz und gar nicht, sich vom Nikotin los zu sagen. Im Gegenteil griffen im Laufe der Untersuchung zunehmend Probanden auf diese Form zurück, um doch an den Suchtstoff heranzukommen.

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Rauchentwöhnung mit Hilfe der E-Zigarette? Offenbar gelingt das schlechter als gedacht. (Foto: Flickr/ SmoKing by Nicoletta Ciunci CC BY 2.0)

Rauchentwöhnung mit Hilfe der E-Zigarette? Offenbar gelingt das schlechter als gedacht. (Foto: Flickr/ SmoKing by Nicoletta Ciunci CC BY 2.0)

Die Studienergebnisse der Wissenschaftler vom Memorial Sloan Kettering Cancer Centre in New York lassen Zweifel aufkommen, ob die sonst als so vorteilhaft angepriesenen E-Zigaretten tatsächlich bei der Rauchentwöhnung von Krebspatienten helfen können. Statt der Such zu entsagen, verdreifachte sich innerhalb eines Jahres der Anteil jener, die auf E-Zigaretten bauten. Insgesamt erwiesen sich die E-Zigaretten-Anhänger zudem als deutlich süchtiger, als die übrigen Teilnehmer an den entsprechenden Entwöhnungsprogrammen.

Für ihre Studie zogen die Forscher 1.074 Krebspatienten heran, die sich in den Jahren 2012 und 2013 für Programme zur Rauchentwöhnung gemeldet hatten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher jetzt im Fachjournal Cancer.

Zu Beginn der Untersuchung stand bereits fest, dass diejenigen, die diese Produkte schon bei Start des Programms verwendeten, Nikotin abhängiger waren, als die Nicht-Nutzer. Sie hatten bereits mehrere Versuche gestartet, ihr Suchtverhalten zu beenden und wurden insgesamt häufiger mit Lungen-oder Kopf-und Halskrebserkrankungen diagnostiziert.

Nach sieben Tagen gab es bei den E-Zigaretten-Konsumenten und den anderen Teilnehmern noch ähnliche Abstinenzraten. Diese lagen bei 44,4 Prozent für E-Zigaretten-Benutzer und bei 43,1 Prozent für Nicht-Nutzer. Doch im Laufe der Zeit stieg der Anteil jener, die sich auf E-Zigaretten verließen, von 10,6 Prozent auf 38,5 Prozent. Die Sucht setzte sich durch. Statt zu qualmen, wurde jetzt also vermehrt gedampft und das Nikotin auf diese Weise konsumiert.

Im Einklang mit jüngsten Beobachtungen eines erhöhten E-Zigaretten-Konsums in der allgemeinen Bevölkerung, veranschaulichen unsere Ergebnisse, dass die Verwendung von E-Zigaretten bei Tabak-abhängigen Krebspatienten in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen hat, zitiert der Telegraph Studienleiterin Dr. Jamie Ostroff. Nun sei noch mehr Forschung nötig, um die möglichen Schäden und Nutzen von E-Zigaretten zu bewerten, um Krebspatienten tatsächlich dabei zu helfen, das Rauchen aufzugeben.

Auch Lungenärzte sehen in der E-Zigarette kein gutes Mittel zur Rauchentwöhnung. Für das Herz sei die Gefahr zwar geringer als bei normalem Tabak, doch für die Lunge bleiben die Erkrankungs-Risiken bestehen, die noch weiter erforscht werden müssen (mehr hier).

Erst kürzlich plädierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine harte Linie im Umgang mit E-Zigaretten. Die Politik solle drastische Maßnahmen gegen das Dampfen ergreifen. Grundlage der Empfehlung ist ein wissenschaftlicher Bericht, in dem aufgezeigt wird, dass die gesundheitlichen Folgen ob der zugesetzen Aromastoffe nicht zu unterschätzen und vor allem noch nicht langfristig erforscht sind. Die Konsequenz: Die E-Zigaretten sollten nicht mehr an Minderjährige abgegeben werden dürfen und auch aus geschlossenen Räumen verbannt werden.

Kommentare

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  1. Solomat sagt:

    Und wo ist der Unterschied wie das Nikotin konsumiert wurde? Ob mittels Pflaster, Kagummis, Nikotinsprays oder Inhaler – immer kommt Nikotin in den Körper, denn die Studie hat krebskranke starke Raucher untersucht, die ohne Ersatzpräparate nicht aufhören konnten mit Rauchen bzw. auch nicht mit den handelsüblichen Nikotinpräparaten keinen Erfolg hatten, aber doch weniger rauchten mit der tabaklosen e-Zigarette. Einige von den starken Rauchern konnten auch damit nicht ganz aufhören, genau so wenig wie mit den Nicorette Produkten.
    Das Nikotin ist ja nicht krebserregend oder tödlich.

    Diese Schlussfolgerung über die e-Zigarette könnte genau so für alle anderen Nikotinersatzprodukte gelten, oder etwa nicht? Komische Studie, was will sie dem interessierten Leser jetzt sagen?

  2. Bernd K. sagt:

    Und dass Nikotin nicht einmal auf der Liste der krebserregenden Stoffe steht, wird gar nicht erst erwähnt. Natürlich ist Nikotin ein Nervengift, das möglicherweise süchtig machen kann, aber die Stoffe, die Krebs hervorrufen, entstehen beim Verbrennen einer herkömmlichen Zigarette, nicht aber beim Dampfen von E-Zigaretten. Und es wurde bisher von keinem einigermaßen seriösen Anbieter von E-Dampfgeräten behauptet, dass es ein adäquates Entwöhnungsmittel sei. Es ist aber definitiv eine weitaus gesündere Alternative.

  3. Michael sagt:

    Wieder mal nur Panikmache und Hetze.
    Das genug Krebspatienten weiterhin normale Zigaretten rauchen und durch die E-Zigarette es ihnen ermöglicht wird auf eine nicht so gesundheitsschädliche Alternative umzuschwenken wird natürlich vollkommen ausser Acht gelassen.

  4. Gepo sagt:

    Wie können Sie nur sowas schreiben, wollen Sie,mit Ihren Artikel, totkranke rauchende Krebpatienten davon abhalten auf eine weniger schädliche Alternative des Nikotinkonsums auszuweichen ?

    E-ZigarettenNikotin macht nicht abhängig, genauso nicht wie N.Pflaster und N.Sprays.

    Was ist aus dieser Welt nur geworden ?

  5. Georg Stövesand sagt:

    Wenn die Politiker es ernst meinen mit der Gesundheit der Bürger, dann sollten zunächst die Tabakzigaretten verboten werden. Deren Gesundheitsschädlichkeit steht nämlich seit Jahrzehnten fest und muss nicht erst erforscht werden.
    Das geht allerdings nicht, weil der Staat von den Einnahmen der Tabaksteuer abhängig ist. Soviel zum Thema Sucht.
    Fakt ist, dass Raucher, die komplett auf die E-Zigarette umgestiegen sind, berichten, dass sie jetzt besser atmen, riechen und schmecken können. Und die sind für mich einfach glaubhafter als Politiker und Lobbyisten!
    Die E-Zigarette ist die beste Alternative für Menschen, die nicht abstinent leben können.

  6. Agathe Bauer sagt:

    Was soll man tun, um endlich begreiflich zu machen, dass nur ein kleiner Anteil der E-Zigaretten-Nutzer tatsächlich mit „rauchen“ aufhören will. Für die allermeisten ist die E-Zigarette die weniger schädliche Alternative.

    Wann akzeptieren Wissenschaftler, dass Sucht/Abhängigkeit kein Faktor ist, den man per Verbot heilen kann.

    Einfach und unwissenschaftlich – und mit einem Quantum Zorn – gesprochen:
    Der Mensch mit Krebserkrankung hat mit Sicherheit großen psychischen Stress. Alle Achtung an die, die sich dem Zusatzstress der Entwöhnung stellen.
    Verdammt nochmal – wenn diese Menschen ggf. schon etliche gescheiterte Entwöhnungsversuche hinter sich haben und nun eine Alternative, einen Weg zum ggf. langsamen Ausstieg, der langsamen Reduzierung, mit weniger Schadstoffen für sich entdeckt haben – dann gönnt deren Psyche das kleine bischen Ruhe.

  7. Jens Mellin sagt:

    Irgendwie kann ich die Überschrift nicht nachvollziehen. Diese Erkenntnis wird nämlich durch die Studie nicht belegt.

    Siehe: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cncr.28811/abstract

    Die Studienautoren haben hier eine größere Gruppe von an Krebs erkrankten Rauchern betrachtet. Ein Großteil dieser Raucher hatte schon mit dem Rauchen aufgehört (von alleine, mit Nikotinersatzpräparaten (NRT) oder mit E-Zigaretten, usw.).
    Was ja auch kein Wunder ist:

    Bei der Diagnose Krebs hören vermutlich ganz viele auf Tabak zu rauchen…

    Nur wurden _diese_ Ex-Raucher in der „Studie“ gerade _nicht_ betrachtet…
    Sondern die, die trotz Krebsdiagnose weiter geraucht haben. Also die richtig abhängigen „Hardcore-Raucher“, bei denen sowieso schon alles (Medikamente, NRTs, Verhaltenstherapie) versagt hatte.

    Hier wurden also im Durchschnitt stärker Tabakabhängige Raucher betrachtet.

    Leider wird hier wieder einmal Kausalität und Korrelation vertauscht und aus diesem Sachverhalt die Schlussforgerung generiert, dass E-Zigaretten die Tabaksucht verstärken. – Wie geschrieben: In der Studie kann man eine solche Aussage nicht finden!

    Warum dieser starke inhaltliche Widerspruch?

    Das sagen übrigens auch namhafte Wissenschaftler wie Peter Hajek (Director of the Tobacco Dependence Research Unit at Queen Mary, University of London) und Robert West, (Director of tobacco research at University College London) zu der Studie:
    http://www.reuters.com/article/2014/09/22/us-health-ecigarettes-cancer-idUSKCN0HH0FI20140922

  8. Elisabeth Eder sagt:

    Erst ist von 7 Tagen die Rede und dann von im Laufe der Zeit, das hilft natürlich nicht bei einer echten Einschätzung. Ja wer e-Zigaretten ausprobiert, wird zu Beginn einiges Dampfen, weils einfach auch schmeckt und viele verschiedene Aromen gibt. Aber ich bin nach einem halben Jahr Nikotinfrei und reiner Genussdampfer ohne nervöse Entzugserscheinungen.

  9. G.Röllheimer sagt:

    Na da hat der Autor des Artikels mal wieder ganze Arbeit geleistet, wenn der/die mal nicht mit der Pötschke-Langer telefoniert hat. Ganz ehrlich, ich bin vor einem Jahr auf die E Zigarette umgestiegen und mir geht’s blendend.
    Eigentlich ist der Artikel eine Verhöhnung totkranker Menschen, die versuchen doch noch ihr Schicksal abzuwenden. Ihr Magazin sollte eher allesbleibtso und nicht andersleben heißen.
    Übrigens: Eure überteuerten Nikotin-Ersatzpräparate könnt ihr selbst behalten. Vielleicht mal die Pflaster von den Augen und die Kaugummis aus den Ohren damit die Wahrnehmung wieder besser funktioniert. Die E-Zigarette ist das beste was uns Nikotin-Junkies passieren konnte und meine Tage als Raucher sind gezählt.
    So schauts aus und Tschüss

  10. Christa Bohrer sagt:

    Der Artikel besagt also: ‚…dass die Verwendung von E-Zigaretten bei Tabak-abhängigen Krebspatienten in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen hat..‘
    Ja also, dann scheint die Abstinenz vom tödlichen Tabak mit Hilfe der E-Zigarette doch zu gelingen!
    Und nicht anderes ist es, was nicht nur Krebspatienten, sondern nahezu alle meisten abhängigen Raucher wollen. Ein, (inzwischen erwiesenermaßen), kaum gesundheitsgefährdendes Ersatzprodukt. Nicht mehr und nicht weniger.
    Für mich war der Umstieg auf E-Zigarette eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

  11. Theo sagt:

    Hi,

    Ich dampfe jetzt seit über 22 Monaten und mein Lungenfunktionstest beim Hausarzt ist mittlerweile um 15 % besser geworden.
    Und zum Punkt der WHO, dass man die zugesetzten Aromastoffe nicht unterschätzen soll.
    In fast allem, was wir essen oder trinken, sind Aromen drin. Mehr muss ich wohl dazu nicht sagen.
    Vielleicht sollte der Autor beim nächsten Mal nicht nur auf der Seite der Lobbyisten recherchieren, sondern auch auf der „hellen Seite der Macht :-) „.
    Die WHO bezeichnet das Rauchen als Epedemie. Und diese will man nach und nach ausrotten. Warum so lange warten? Verbietet das Rauchen sofort.
    Ach, ganz vergessen, das bedeutet den Verlust von Billiarden von Euro.

  12. MegaVapor sagt:

    Wer nicht aufhören möchte findet in der E-Zigarette sicherlich einen schlechten Ersatz, zumindest im Fall von schwer Kranken Patienten, die auf Nikotin verzichten sollten. Für alle mehr oder weniger Gesunden ist die E-Zigarette aber immerhin eine gesündere Alternative. Selbstverständlich ersetzt die E-Zigarette nicht den eigenen Willen. Ich habe mich zum Thema E-Zigarette und Rauchstopp sehr ausführlich von SmokeSmarter.de beraten lassen und den Ausstieg nach 20 Jahren rauchen geschafft! Danke E-Zigarette! http://bit.ly/45hj78